, Volume 5, Issue 4, pp 575-603

Taumeln im Mehr der Möglichkeiten: Die deutsche Außenpolitik und Libyen

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Zusammenfassung

Die deutsche Positionierung in der Libyenfrage hat in der politischen Klasse im In- und Ausland für einige Diskussionen gesorgt. Der Artikel vollzieht die Libyenentscheidung mit Hilfe der diskursgebundenen Identitätstheorie nach. Dazu wird der Diskurs um Auslandseinsätze in der Bundesrepublik seit Anfang der 1990er Jahre analytisch rekonstruiert. Dabei soll einerseits verdeutlicht werden, wie sich der Möglichkeitsraum der deutschen Außenpolitik sukzessiv erweitern konnte. Andererseits werden Spannungen im außenpolitischen Diskurs sichtbar gemacht und inkonsistente Legitimationen für Auslandsengagements offen gelegt. Die Studie lässt den Schluss zu, dass sich Deutschland in einer außenpolitischen Identitätskrise befindet.

Abstract

The German position in the Libya crisis led to extensive discussions among the political elite within and outside the country. The paper tries to comprehend the German decision on Libya by the means of the discourse-based identity theory. For this purpose the discourse on foreign deployments of the military by the Federal Republic since the early 1990s will be analytically reconstructed. On the one hand, the study aims to illustrate to what extent the „spectrum of possibility“ of German foreign policy has gradually expanded. On the other hand, the paper identifies tensions in the foreign policy discourse as well as inconsistent legitimations for foreign military deployments. The study concludes that Germany is currently in a foreign policy identity crisis.

Mein Dank gilt Vanessa Jansche für die Erstellung einer Langversion des Kap. 3.5 sowie Katharina Masoud für die Gestaltung der Abbildungen. Darüber hinaus danke ich Anna Geis, Sebastian Harnisch und den zwei anonymen Gutachtern für wertvolle Kritik.