, Volume 6, Issue 1, pp 71-98
Date: 21 Sep 2012

‘To them that hath…’. News media and knowledge gaps

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Abstract

Scholars continue to debate what citizens know about politics, whether ordinary people lack the capacity to make rational and informed choices in a democracy, and what voters learn from election campaigns. One common prism to understand these issues focuses upon the role of ‘knowledge gaps’, suggesting that any adult learning from the media will be strongly conditioned by prior levels of formal education. An alternative theory suggests that lifetime learning occurs, so that adult use of the news media has the capacity to shrink any information gaps arising from early schooling. Dozens of studies have examined the individual-level factors associated with political knowledge among citizens, including the role of fixed characteristics such as sex and race, and of slowly changing factors such as education and income. Cross-national research is important, however, as the broader context of information environments is expected to play a vital role in shaping political learning; with smaller knowledge gaps predicted in more cosmopolitan societies, where communications flows easily across and within national borders.

To explore these issues, this study compares European citizens to investigate whether the size and distribution of any knowledge gaps are affected by individual-level education and media use and also by societal-level processes of cosmopolitan communications. The study utilizes the European Parliament Election Study 2009 survey, monitoring individual level news use and civic knowledge. Societies are classified by the cosmopolitan characteristics of media landscapes in European countries, using the Norris and Inglehart (2009) Cosmopolitan Communications Index. The conclusion considers the implications of the results for understanding processes of political learning within European societies.

Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Debatte über das politische Wissen der Bürger, die Fähigkeit des einfachen Mannes, rationale und fundierte Entscheidungen in einer Demokratie zu fällen und der Lerneffekt von Wählern in Wahlkampagnen hält weiterhin an. Ein verbreiteter Forschungsfokus zur Klärung dieser Sachverhalte konzentriert sich auf die Rolle von „Wissenslücken“, und verweist dabei darauf, dass jeder Erwachsene, der sich mit Hilfe der Medien weiterbildet, stark vom Stand seines formalen Bildungsniveau beeinflusst wird. Eine alternative Erklärung geht vom Prinzip des „lebenslangen Lernens“ aus, welches die Möglichkeit eröffnet, durch die Nutzung von Nachrichtenmedien die Informationslücken zu verringern, die sich aus der früheren Schulbildung ergeben. Zahlreiche Studien haben die Faktoren auf Individualebene untersucht, die mit dem politischen Wissen der Bürger in Zusammenhang stehen, einschließlich der Rolle unveränderbarer Merkmale wie Geschlecht oder ethnische Herkunft sowie sich langsam wandelnder Faktoren wie Bildung und Einkommen. Jedoch sind länderübergreifende Untersuchungen wichtig, da davon auszugehen ist, dass der erweiterte Kontext des Informationsumfeldes eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung politischer Lernprozesse einnimmt; dabei sind kleinere Wissenslücken in weltoffeneren Gesellschaften zu erwarten, in welchen Kommunikationsströme leichter innerhalb und über nationale Grenzen hinweg fließen.

Um diese Sachverhalte zu klären, vergleicht diese Studie europäische Bürger, um zu prüfen, ob die Größe und die Verteilung von Wissenslücken sowohl durch die Bildung und Mediennutzung auf Individualebene als auch durch gesellschaftliche Prozesse der kosmopolitischen Kommunikation beeinflusst werden. Die Studie verwendet hierzu die Umfrage „European Parliament Election Study 2009“, welche die individuelle Nachrichtennutzung und das Staatsbürgerwissen erfasst. Die Gesellschaften werden auf Basis des Cosmopolitan Communications Index von Norris und Inglehart (2009) nach der Weltoffenheit der Medienlandschaft in europäischen Ländern eingeordnet. Die Schlussfolgerung betrachtet die Konsequenzen der Ergebnisse für das Verständnis der Prozesse des politischen Lernens in europäischen Gesellschaften.