Der Kardiologe

, Volume 5, Issue 1, pp 51–60

Adipositas

Fit oder fett
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DOI: 10.1007/s12181-010-0301-3

Cite this article as:
Graf, C. Kardiologe (2011) 5: 51. doi:10.1007/s12181-010-0301-3

Zusammenfassung

Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas steigt zunehmend. In Deutschland sind etwa 66% der Männer und 50% der Frauen betroffen; eine Adipositas findet sich in etwa 21%. Je höher der BMI, desto höher ist das Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer, aber auch nichtkardiovaskulärer Erkrankungen. Inzwischen zeichnet sich jedoch ein inverser Trend ab, dass übergewichtige chronisch kranke Personen, z. B. mit ischämischer Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz, eine geringere Mortalität aufweisen als normalgewichtige („Adipositasparadoxon“). Nicht selten werden aber in dieser Diskussion Konfounder, wie z. B. eine intentionale Gewichtsreduktion oder körperliche Aktivität/Fitness, außer Acht gelassen. So weist beispielsweise der adipöse Fitte kein höheres Sterblichkeitsrisiko auf als der schlanke Fitte. Der Schutzfaktor Fitness wirkt dabei nicht nur in der Prävention, sondern auch in der Therapie dieser chronischen Erkrankungen. Obwohl daher die Datenlage überzeugend ist, wird das Potenzial von Bewegung zu wenig ausgeschöpft, und der Perspektivenwechsel zu einer Fokussierung auf Fitness statt auf „Fettness“ steht noch aus.

Schlüsselwörter

Adipositas Adipositasparadoxon Fitness Körperliche Aktivität Übergewicht 

Obesity

Fit or fat?

Abstract

The prevalence of overweight and obesity is increasing. In Germany overweight occurs in 66% of men and 50% of women and obesity in ca. 21%. High BMI is a strong risk factor for the development of cardiovascular and non-cardiovascular diseases. But there is an inverse trend that overweight persons with chronic diseases, e.g. with ischemic heart disease or heart failure, have a decreased mortality compared to normal-weight ones (“obesity paradox”). In this discussion the main confounders like an intentional weight loss and physical activity/fitness are disregarded. Fit obese individuals e.g. do not have a higher mortality risk than fit lean ones. This applies in terms of primary prevention, but also to therapy of chronic diseases in which physical activity seems to be a protective factor. Although data are convincing, physical activity is underestimated in its preventive and therapeutic role and the change of perspective to focusing on fitness instead of “fatness” still remains open.

Keywords

Obesity Obesity paradox Fitness Physical activity Overweight 

Copyright information

© Springer-Verlag 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.Abtl. für Bewegungs- und Gesundheitsförderung, Institut für Bewegungs- und NeurowissenschaftDeutsche Sporthochschule KölnKölnDeutschland

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