Therapieangebote für Männer mit sexuellen Präferenzstörungen und Sexualdelinquenz

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Zusammenfassung

Wir sind heute weit davon entfernt, in der Behandlung von sexuellen Präferenzstörungen nach einer einzigen Ursache zu suchen. Die bisherigen Untersuchungen an größeren Kollektiven legen die Annahme nahe, dass es ganz unterschiedliche Wege der Entstehung solcher Störungen gibt, die von körperlichen Veranlagungen über Erfahrungen in den Primärbeziehungen, sexuell traumatischen oder Gewalterlebnissen in der Kindheit bis hin zu aktuellen Störungen der emotionellen Regulation und sozialen Anpassung reichen. Alle diese Faktoren dürften in jeweils unterschiedlicher Quantität zur Entstehung beitragen. Dementsprechend muss beim Auftreten dieser Störungen zunächst untersucht werden, welche Bereiche der Persönlichkeit betroffen sind und dann welche Hilfen eingesetzt werden sollen. Die Psychotherapien für Sexualstraftäter haben in den letzten beiden Jahrzehnten auch empirisch ihre Wirksamkeit nahelegen können, sodass man es heute als Fehler ansehen muss, wenn man sich nicht spezifischer für Sexualstraftäter entwickelter Programme bedient. Auch die medikamentöse Behandlung differenziert sich ständig weiter. Zur leichteren Orientierung bei dieser Vielfalt von Möglichkeiten wurden Leitlinien entwickelt, von denen in dieser Arbeit zwei diskutiert werden.

Abstract

It is nowadays obsolete to search for the one and only cause of paraphilia and sexual delinquency. Research supports the assumption that there are at least five different pathways leading to sexual delinquency. The factors contributing to sexual delinquency and paraphilic tendencies cover a spectrum ranging from constitutional factors, sexually and physically traumatizing experiences, current emotional dysregulations to difficulties in social adaptation. Therefore treatment strategies should also be differentiated according to the multifactorial causation and investigations must be carried out to discover which areas of the personality are affected and which aids should be employed. The psychotherapy of sexual offenders over the last two decades has been empirically shown to be effective so that if psychotherapy is offered it would be a mistake not to refer to specific psychological treatment programs for sexual offenders. The medical treatment with, for example, selective serotonin reuptake inhibitors, naltrexone, antiandrogens, has also been further differentiated. German guidelines as well as international treatment guidelines are discussed in this paper.