Die lange Suche nach der „richtigen“ Behandlung

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Zusammenfassung

Die „richtige“ Behandlung für einen Sexualstraftäter zu finden, ist bisweilen ein langwieriger Prozess. Psychotherapeutische Verfahren stellen die Basis dar, und Medikamente gelten als zusätzlicher Behandlungsbaustein, wenngleich Letzterer unverändert kontrovers eingeschätzt wird. Die Entscheidung für eine antihormonelle Medikation wird zudem wegen der Sorge um beeinträchtigende Nebenwirkungen und derzeit noch nicht zu überblickender Spätfolgen mit Zurückhaltung getroffen. Dass es dabei nicht um eine „Entweder-oder-Entscheidung“ geht, zeigt die folgende Kasuistik. Durch ein individuell ausgerichtetes Behandlungssetting, einschließlich der Anwendung eines Gonadotropin-Releasing-Hormon- (GnRH-)Analogons sind deutliche Therapiefortschritte erkennbar. Jedoch begegnet man neuen Problemen, die z. T. durch die Besonderheiten einer strafrechtlichen Unterbringung bedingt sind. Die Kasuistik zeigt darüber hinaus, dass das empirische Wissen über diese medikamentöse Behandlungsform nur durch die seit Jahren geforderten Langzeitstudien erweitert werden kann.

Abstract

Finding the “right” treatment for a sex offender can be a long process. Whereas psychotherapeutic treatment serves as a basis, medication is an additional component but pharmacotherapy for sex offenders continues to be a matter of controversy. The decision to administer antihormonal medication is made reluctantly due to concerns about adverse side effects and future consequences which still cannot be estimated. This is not simply an either/or decision as this case history shows. An individual treatment plan including gonadotropin-releasing hormone (GnRH) analogues has led to good therapeutic improvement, but has also led to other problems, partly resulting from the special setting of forensic placement. There is a great need for long-term studies to improve our knowledge about therapeutic and side effects of anti-androgens.