, Volume 3, Issue 4, pp 46-54
Date: 06 Sep 2008

Gastrointestinale Nebenwirkungen einer onkologischen Therapie

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Gastrointestinale Nebenwirkungen beeinträchtigen in erheblicher Weise die Lebensqualität von Tumor+patienten und gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen einer zytostatischen Chemotherapie. Sie sind nicht selten dosislimitierend und führen zu Therapieverzögerung oder gar -abbruch. Prophylaxe und Therapie gastrointestinaler Nebenwirkungen stellen daher eine besondere Herausforderung für jeden onkologisch tätigen Arzt dar und setzen die Kenntnis der spezifischen Zytostatikaeigenschaften voraus. Zu den wichtigsten gastrointestinalen Nebenwirkungen gehören Appetitlosigkeit, Nausea, Emesis, Mukositis, Diarrhö und seltener die Obstipation.

Gastrointestinale Nebenwirkungen gehören zu den häufigsten und für die Patienten am stärksten belastenden Nebenwirkungen einer zytostatischen Chemotherapie. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft wichtige Fortschritte beim Verständnis der Pathophysiologie dieser Nebenwirkungen gemacht. In Bezug auf Nausea und Emesis haben die Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Substanzen wie den 5-HT3-Antagonisten und den NK1-Rezeptorantagonisten (Aprepitant) geführt, mit denen bei leitliniengemäßer Anwendung das Erbrechen auch bei hoch emetogenen zytostatischen Therapien in der Regel gut beherrschbar ist. Im Bereich der oralen und gastrointestinalen Mukositis ist der therapeutische Nihilismus inzwischen einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Problem gewichen. Mit der Verfügbarkeit des Keratinozyten-Wachstumsfaktors-1 (Palifermin) ist bei therapiebedingter oraler Mukositis erstmals eine kausale Behandlung möglich. Für die Prophylaxe und Therapie der wichtigsten gastrointestinalen Nebenwirkungen stehen aktuelle Leitlinien zur Verfügung.