, Volume 47, Issue 2, pp 169-192

Recht und Politik beim Wandel des deutschen Flächentarifs. Juristen als politische Akteure im System der Arbeitsbeziehungen

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Zusammenfassung

Der Beitrag ist anschlussfähig an die Literatur zum institutionellen Wandel, zur Rechtspolitologie und zur Wissenspolitologie. Er untersucht die Rolle des rechtswissenschaftlichen Diskurses und des Bundesarbeitsgerichts beim Wandel des deutschen Flächentarifs. Eine wichtige Quelle institutionellen Wandels liegt im Spannungsfeld zwischen Regeln und ihrer Anwendung. Eine Institution wird niemals reproduziert, sondern die Akteure müssen sie durch Deutungsleistungen erschließen. Juristen nehmen dabei eine Schlüsselstellung ein, weil sie Interpretationen über die Bedeutung und den Geltungsbereich einer Regel anbieten. Dabei ist die Möglichkeit des inkrementellen Wandels angelegt. Dies wird am Beispiel des Wandels im deutschen Tarifsystem gezeigt.

Abstract

This article explores the role of the jurisprudential discourse and the federal labor court on the transformation of collective bargaining in Germany. The gap between rules and behavior contains a source of institutional change. Political actors have to construe the meaning of an institution which means that it can be exposed to incremental change. In this process, the importance of lawyers as institutional entrepreneurs is crucial as they offer interpretations of the meaning and the scope of institutions and thereby shape political action.