, Volume 39, Issue 1, pp 1-2
Date: 01 Mar 2011

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In diesem Heft greift der Wiener Soziologe Sighard Neckel die Vorstellung an, dass der Kapitalismus eine rein rational funktionierende Wirtschaftsweise sei. Nein, findet er, da gibt es auch durchaus tragende Gefühlskomponenten, die dem Handeln einen emotionalen Unterbau geben, wie etwa die Gier. Warum hält man trotzdem an dem Max Weberschen Idealtypus des Betriebskapitalismus fest? Müssten nicht auch die Idealtypen um die „Realdimension“ des Gefühls ergänzt werden?

Dass praktisches Handeln und das, was vernünftig ist, häufig weit auseinander liegen, zeigt sich auch am Beispiel des Klimawandels, der offenbar schlecht zu steuern ist. Bernd Sommer weist mit Norbert Elias darauf hin, dass die funktionalen, institutionellen und habituellen Dimensionen sozialer Prozesse weit auseinander klaffen können. Wenn also angesichts der Klimakrise auf der funktionalen Ebene wirksame Vermeidungs- und Anpassungsstrategien und die Kooperation zwischen Staaten gefordert ist, so wird man doch nicht nur auf ...