Antwortlatenzzeiten in der survey-basierten Verhaltensforschung

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Zusammenfassung

Die Studie überprüft im Kontext dualer Prozessmodelle drei Moderatorhypothesen, nach denen der Modus der Informationsverarbeitung die von der „Theory of Reasoned Action“ (TRA) bestimmten Effekte zur Erklärung von Verhaltensintention und tatsächlichem Verhalten moderiert. Die zur Analyse benutzten empirischen Daten stammen aus einer deutschlandweiten CATI-Erhebung aus dem Jahre 2005 zum Thema „Geldspenden an Hilfsorganisationen“. Die Ergebnisse von Strukturmodellschätzungen zeigen, dass die Antwortlatenzzeit als Maß des Modus der Informationsverarbeitung (wie postuliert) ein statistisch signifikanter Moderator sowohl des Effekts der Verhaltensintention auf Verhalten als auch des Effekts der Verhaltenseinstellung auf die Verhaltensintention ist. Der Effekt der subjektiven Norm auf die Verhaltensintention wird hingegen nicht moderiert. Die vorgestellten Analysen veranschaulichen, dass klassische Einstellungs-Verhaltensmodelle (wie z.B. die TRA) durchaus mit Konzepten aus prozesstheoretischen Modellen (wie z.B. dem MODE-Modell) erweiterbar sind.

Abstract

The article reports about an empirical investigation on three moderator hypotheses claiming that the mode of information processing acts as a moderator for all effects specified by the “theory of reasoned action” (TRA) to explain behavioural intentions and actual behaviour. Our empirical research uses data of a 2005 German nationwide CATI-survey. When analyzing this data by estimating structural equation models we could detect the moderating function of response latencies. All the effects of behavioural attitudes and behavioural intentions specified by the TRA were moderated significantly when the model was used to explain intended and actual money donations. However, the TRA-effect of subjective norms was not infected by the mode of information processing. Our results show that classical models of attitude-behaviour research (e.g. TRA-model) can be improved theoretically and empirically by concepts developed in process models of attitude research (e.g. MODE-model).

Diese Publikation entstand im Zusammenhang mit dem DFG-geförderten Forschungsprojekt „Antwortreaktionszeitmessungen in der Surveyforschung und die kognitive Analyse von Einstellungen und Prozessen der Informationsverarbeitung“ am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart unter der Leitung von Prof. Dr. D. Urban.