, Volume 8, Issue 8, p 631
Date: 11 Nov 2012

Gestationsdiabetes

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Das Jahr 2012 ist das Schicksalsjahr für den Gestationsdiabetes (GDM) in Deutschland. Ab dem 03.03.2012 hat der Gesetzgeber im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinie ein verbindliches Vorgehen für Screening und Diagnostik auf GDM für alle Schwangeren eingeführt. Damit wurde eine seit Jahrzehnten andauernde Auseinandersetzung beendet und endlich das unzuverlässige Uringlukosescreening durch das lange vergeblich geforderte Blutglukoseverfahren ersetzt.

Vor 30 Jahren noch wurde der GDM als Krankheitsentität infrage gestellt und belächelt. Schlimmer noch: Es wurde die Auffassung vertreten, der GDM sei eine erfundene Krankheit, die sowohl den Versorgern selbst zugeschusterte Einnahmen sichern als auch die Schwangerschaften ungerechtfertigt mit dem Stempel der Morbidität versehen würde. Gestationsdiabetes als Stigma: Den werdenden Müttern werde die Freude an einer natürlichen und unbeschwerten Schwangerschaft genommen. Die deutschen Hebammenverbände halten auch weiter an diesem Dogma fest.