Gynäkologische Endokrinologie

, Volume 6, Issue 4, pp 249–256

Idealgewicht – gibt es das?

Gesundheitliche Implikationen des Körpergewichts bei Frauen

Authors

  • B.-C. Zyriax
    • Endokrinologie und Stoffwechsel des AlternsUniversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    • Endokrinologie und Stoffwechsel des AlternsUniversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Menopause und Frauengesundheit

DOI: 10.1007/s10304-008-0279-0

Cite this article as:
Zyriax, B. & Windler, E. Gynäkologische Endokrinologie (2008) 6: 249. doi:10.1007/s10304-008-0279-0

Zusammenfassung

Mit der Industrialisierung nimmt das Körpergewicht zu. Zusätzlich erhöht sich das Verhältnis von Körperfettmasse zu Muskelmasse mit dem Ergebnis einer zentralen Adipositas. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind vielfältig und betreffen den Bewegungsapparat und viele Stoffwechselfunktionen, kompromittieren die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit und erhöhen das Herz-Kreislauf- und Krebsrisiko. Für verschiedene Krebsarten scheinen die allgemeine und die zentrale Adipositas von unterschiedlicher Bedeutung zu sein, aber das Gesamtrisiko steigt bei Frauen mit Erreichen von Übergewicht, also einem BMI ≥25 kg/m2. Das Herz-Kreislauf-Risiko lässt sich differenzierter mit dem Taillenumfang abschätzen, wobei die Gefahr für die Entwicklung von Risikofaktoren bei Frauen mit einem Taillenumfang von ≥80 cm beginnt. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse spiegelt der Taillen-Hüft-Quotient mit einem Grenzwert für Frauen von 0,85 exakter wider. Das Risiko des Erreichens von Übergewicht, Adipositas, erhöhtem Taillenumfang und Taillen-Hüft-Quotient korreliert entscheidend mit einem Gewichtsanstieg im frühen Erwachsenenalter ab dem 20. Lebensjahr. Körperliche Aktivität und eine Ernährung, die es erlauben, diese Grenzwerte einzuhalten, sind der geeignete Weg, ein Gewicht mit einem geringen Gesundheitsrisiko zu halten, wobei ein Idealgewicht nur individuell definiert werden kann, da es von vielen Einflüssen, aber auch der persönlichen Zufriedenheit abhängt.

Schlüsselwörter

Idealgewicht Body-Mass-Index Taillen-Hüft-Quotient Herz-Kreislauf-Risiko Krebsrisiko

Is there such a thing as ideal weight?

Health implications of body weight in women

Abstract

Generally speaking, the mean body weight tends to increase in industrialized populations. In addition, the ratio of body fat mass to muscle mass rises even at a given weight, resulting in central adiposity. The health implications are numerous and involve the locomotor system and various metabolic functions; they compromise cardiorespiratory fitness and increase the risk of cardiovascular events and cancer. General and central adiposity may differ in their relevance for various cancer sites, but the total risk increases in overweight women, i.e. with a BMI of ≥25 kg/m2. Cardiovascular risk is more accurately estimated by the waist circumference, as the development of risk factors starts in women with a waist circumference of ≥80 cm. The risk of cardiovascular events is more accurately reflected by the waist-to-hip ratio over a threshold value of 0.85. The risk of developing overweight, adiposity, elevated waist circumference and elevated waist-to-hip ratio correlates critically with an increase of weight in early adulthood from 20 years of age on. Physical activity and eating habits that allow individuals to stay within the given limits are the right way to maintain ideal weight associated with a low health risk. However, this can only be defined on an individual basis, since it depends on several factors, including personal contentment.

Keywords

Ideal weight Body Mass Index Waist-to-hip ratio Cardiovascular risk Cancer risk

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