, Volume 6, Issue 1, pp 20-24
Date: 12 Jan 2008

Adipositas und Fertilität

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Zusammenfassung

Epidemiologische Erhebungen zeigen, dass die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas in den Industrieländern in den letzten Jahrzehnten in allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen zugenommen und nach Auffassung der WHO das Ausmaß einer „globalen Epidemie“ angenommen hat. Erhöhtes Körpergewicht resultiert aus einer Kombination von Umwelt- und genetischen Faktoren. Es existieren zahlreiche Indizes zur Quantifizierung der Fettleibigkeit. Am gebräuchlichsten ist der Body-Mass-Index. Übergewicht bzw. Adipositas werden als Gesundheitsstörungen definiert, die durch ein Übermaß an Körperfett mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko einhergehen. Darüber hinaus kommt es auch gehäuft zu einer Beeinträchtigung der Fertilität. Die reproduktive Achse ist eng mit dem Ernährungsstatus des Organismus verbunden. Insbesondere Übergewicht infolge Fettablagerungen im viszeral-abdominalen Bereich interagiert durch Botenstoffe des Fettzellmetabolismus mit wichtigen homöostatischen Elementen anderer Organsysteme. Als Folge dieser neuroendokrinen, endokrinen und metabolischen Störungen lässt sich eine Anovulationsneigung mit einer Abnahme von Fekundität und Fekundabilität sowie einer erhöhten Abortneigung dokumentieren. Darüber hinaus zeigen Schwangerschaften übergewichtiger Patientinnen ein erhöhtes Risiko für schwangerschaftsassoziierte hypertensive Erkrankungen, Gestationsdiabetes, kindliche Makrosomie mit höherer Kaiserschnittrate und gestiegene perinatale Morbidität und Mortalität.

Abstract

Epidemiologic studies demonstrated that the prevalence of overweight and obesity is increasing in all age groups and social classes around the world. Obesity is regarded as a worldwide epidemic. The increasing body weight results from a combination of environmental and genetic influences. Today, several indices for quantifying obesity exist with the body mass index (BMI) being the most often used parameter. Overweight and obesity are regarded as health disturbances that lead to increased morbidity and mortality and in addition interfere with fertility. The reproductive axis is closely linked with the nutritional state of the organism. Especially an increase in abdominal adipose tissue interacts by messengers of fat cell metabolism with important homeostatic regulators of other organ systems. These neuroendocrine, endocrine, and metabolic modifications result in a tendency towards anovulation, a reduction in fecundity, and an increased risk for abortions. Furthermore pregnancies of obese patients show an increased risk of hypertensive disorders, a higher rate of gestational diabetes, a higher rate of fetal macrosomia, and a higher rate of cesarean deliveries.