Gynäkologische Endokrinologie

, Volume 3, Issue 4, pp 251–260

Gesundheit der Kinder nach ART

Leitthema

DOI: 10.1007/s10304-005-0124-7

Cite this article as:
Ludwig, A.K., Diedrich, K. & Ludwig, M. Gynäkologische Endokrinologie (2005) 3: 251. doi:10.1007/s10304-005-0124-7

Zusammenfassung

Seit Einführung und Verbreitung der assistierten Reproduktion (ART) werden die Gesundheit und die psychosoziale Entwicklung der danach geborenen Kinder kritisch hinterfragt. Die hierzu vorliegenden Daten werden in dieser Arbeit zusammengestellt und diskutiert. Bei den Kindern nach ART werden häufiger Fehlbildungen gefunden, ebenso ist die perinatale Morbidität dieser Kinder höher. Insgesamt entsprechen aber die Gesundheit, die mentale und die psychomotorische Entwicklung der der Kinder nach spontaner Konzeption. Auch Krebserkrankungen treten bei Kindern nach ART nicht häufiger auf. Allerdings konnten einige Registerstudien ein erhöhtes Risiko für neurologische Auffälligkeiten wie eine Zerebralparese zeigen. Ein niedriges Geburtsgewicht und ein niedriges Gestationsalter, wie es auch bei Einlingen nach ART häufiger gefunden wird, erwiesen sich als Risikofaktoren für das Auftreten von neurologischen Auffälligkeiten. Insgesamt deuten die Daten in die Richtung eines sterilitätsassoziierten Risikos. Ein genetisches Hintergrundsrisiko kann bei vielen Kinderwunschpatienten nicht ausgeschlossen werden, ebenso wie ein Einfluss durch die ART. Der unerfüllte Kinderwunsch an sich scheint aber einen Faktor darzustellen, der ernst genommen werden muss und offenbar zu einem erhöhten Risiko für Schwangerschaft und Geburt nach ART führt.

Schlüsselwörter

Assistierte ReproduktionFehlbildungEntwicklungWachstumGesundheit

Child health after ART

Abstract

Since the introduction of assisted reproduction (ART), the health and psychosocial development of the children born has been subject of concern. Data on the physical and mental health of children born after the use of ART techniques are summarized and discussed. Children born after ART have an increased risk for major malformations and an increase in perinatal morbidity. Generally, ART children are healthy, and mental and psychomotor development is similar to those born after spontaneous conception. Cancer risk is also not increased. However, some large registry-based studies have found an increase in neurological sequelae in children after ART. Low birth weight and gestational age, which are more often found even in singletons after ART, are independent risk factors for neurological sequelae such as cerebral palsy. According these data, there seems to be a risk attributed to infertility. An unknown genetic risk in the parents can often not be neglected.

Keywords

Assisted reproductionMalformationHealthGrowthDevelopment

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2005

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Frauenheilkunde und GeburtshilfeUniversitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
  2. 2.Zentrum für Stoffwechselerkrankungen, Reproduktionsmedizin und gynäkologische EndokrinologieEndokrinologikum Hamburg
  3. 3.Klinik für Frauenheilkunde und GeburtshilfeUniversitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus LübeckLübeck