, Volume 14, Issue 2, pp 135-142
Date: 01 Oct 2010

Analgesie beim Extremitätentrauma durch Rettungsfachpersonal

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die aktuellen Empfehlungen der Bundesärztekammer (BÄK) sehen den Einsatz ausgewählter Notfallmedikamente durch Rettungsfachpersonal unter bestimmten Voraussetzungen auch vor Eintreffen eines Arztes vor. Seit 2004 ist in den Empfehlungen der BÄK zur Notkompetenz auch ein Analgetikum zur Behandlung bei Verletzungen und ausgewählten Schmerzsymptomen vorgesehen. Aufgrund dieser Empfehlungen kommen derzeit einzelne Konzepte zur Analgesie durch Rettungsassistenten zur Anwendung. Zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit solcher Konzepte liegen bis heute kaum aussagekräftige Daten vor. Im Zeitraum vom 01.01.2006 bis zum 31.10.2009 wurden in einem Projekt ausgewählte und speziell geschulte Rettungsassistenten mit der Anwendung eines Analgesiealgorithmus mit Morphin beim isolierten Extremitätentrauma beauftragt. Über ein „call-back“-System musste die telefonische Freigabe der Analgesie durch einen Arzt angefordert werden.

Methodik

In die Datenauswertung wurden alle Einsätze, bei denen ein „call-back“ zur Analgesieanforderung erfolgte, integriert. Es wurden die Initial- und Übergabewerte der Vitalparameter und der Schmerzintensität anhand einer „numeric rating scale“ (NRS) von 0–10, die Menge an appliziertem Morphin sowie das Auftreten von relevanten Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse

In 172 Fällen wurde eine Analgesie mit Morphin durch Rettungsassistenten durchgeführt. Relevante Komplikationen mit Überschreiten vordefinierter Sicherheitsgrenzen traten nicht auf. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Erbrechen, traten selten auf (5,2%). Im Mittel wurden 8,5±3,9 mg Morphin iintravenös appliziert, was zu einer mittleren Schmerzreduktion von 8,3±1,2 auf 2,9±1,5 Punkten auf der NRS-Schmerzskala führte.

Schlussfolgerung

Die vorliegenden Daten sprechen für die Sicherheit und Wirksamkeit der Analgesie mit Morphin bei isoliertem Extremitätentrauma bei Anwendung durch geschulte Rettungsassistenten.

Abstract

Background

The German Medical Association recommends the use of selected medications for emergency treatment including prehospital analgesia by paramedics under specific circumstances even before the arrival of the emergency physician. Currently there are no data proving the safety and efficiency of analgesia by German paramedics.

Methods

Selected paramedics underwent an additional training to administer morphine in patients with isolated extremity trauma using a protocol. During the study period from January 2006 to October 2009 all calls with analgesia by these paramedics were included. Data elements included baseline and endpoint of vital signs, pain score defined by a numeric rating scale (NRS 0–10), the amount of morphine administered and the occurrence of adverse effects.

Results

A total of 172 cases were included. No severe morphine-induced complications occurred. The rate of adverse effects was low (5.2%) and the mean dose of morphine administered was 8.5±3.9 mg. The initial pain score defined by NRS was 8.3±1.2 which on arrival at the emergency department was reduced to 2.9±1.5.

Conclusion

Analgesia with morphine in isolated prehospital extremity trauma can be safely and effective performed by trained paramedics in the field.