Notfall + Rettungsmedizin

, Volume 13, Issue 8, pp 803–814

Präklinisches Management von Drogenintoxikationen

Authors

    • Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und SchmerztherapieKlinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • F. Walcher
    • Klinik für Unfall-, Hand- und WiederherstellungschirurgieKlinikum der J. W. Goethe-Universität
  • C. Byhahn
    • Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und SchmerztherapieKlinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
CME Weiterbildung · Zertifizierte Fortbildung

DOI: 10.1007/s10049-010-1339-2

Cite this article as:
Humpich, M., Walcher, F. & Byhahn, C. Notfall Rettungsmed (2010) 13: 803. doi:10.1007/s10049-010-1339-2
  • 272 Views

Zusammenfassung

Drogenintoxikationen sind v. a. in Großstädten mit einer aktiven Drogen- und Partyszene häufig. Bis auf Opiate und Benzodiazepine stehen keine spezifischen Antidote für die üblichen Rauschgifte zur Verfügung und die (oft lebensrettende) Therapie kann nur rein symptomatisch erfolgen. Die klassische Symptomatik einer Heroinintoxikation besteht aus Koma, Atemdepression und Miosis, diese kann durch Mischintoxikationen mit anderen Substanzen jedoch maskiert werden. Der Einsatz des Optiatantagonisten Naloxon ist in Gebieten mit einer überproportional aktiven i.v.-Drogenszene und „Fixerstuben“ mit praktischen und medikolegalen Problemen verbunden, da der medizinische Anspruch an eine ausreichend lange Überwachungszeit nach Antagonisierung oft im krassen Gegensatz zur fehlenden Einsicht und Vorstellung der Drogenkonsumenten steht. Der Konsum von neuen Substanzen wie 4-Hydroxybutansäure (Liquid Ecstasy, GHB) findet v. a. auf Partys statt und kann in hohen Dosierungen unspezifische Intoxikationssymptome mit Koma und Myoklonien hervorrufen, welche durch zusätzlichen Konsum von Alkohol lebensbedrohlich werden können. Daher sollten die in dieser Fortbildung dargestellten Aspekte insbesondere in Ballungsräumen tätigen Notärzten und Rettungshelfern geläufig sein.

Schlüsselwörter

HeroinDrogenIntoxikationKokainLiquid Ecstasy

Pre-hospital management of drug-related medical emergencies

Abstract

Intoxication due to drug abuse is common in big cities with an active drug and party scene. Antidotes are only available for opioids and benzodiazepines, thus only supportive (often lifesaving) care can be done in other cases. The classical symptoms of intoxication with heroin are coma, respiratory arrest, and miosis. Use of naloxone in areas with over-proportional numbers of drug users goes along with some medico-legal und practical limitations. The proposed monitoring of patients after drug reversal is often not possible due to incompliance of drug abusers. New drugs like 4-hydroxybutyric acid (liquid ecstasy, GHB) are mainly abused at party events. High doses can cause unspecific symptoms with coma and myoclonus. Additional ingestion of alcohol can lead to life threatening situations. Emergency physicians and paramedics should have the knowledge presented in this article, especially if working in big city areas.

Keywords

HeroinDrugsIntoxicationLiquid ecstasy

Copyright information

© Springer-Verlag 2010