, Volume 12, Issue 3, pp 176-180
Date: 16 Apr 2009

Interaktion von Volumentherapie und Gerinnung

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Zusammenfassung

Viele Volumenersatzmittel können die Gerinnung neben einem unspezifischen Verdünnungseffekt auch spezifisch beeinflussen. Zu den spezifischen Effekten zählen die Erniedrigung der Faktor VIII- und der Von-Willebrand-Faktor-Aktivität, eine Störung der Fibrinpolymerisation, eine Verlängerung der Blutungszeit und ein negativer Einfluss auf die Thrombozytenfunktion. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Substanzen. Kristalloide und Albumin weisen primär nur einen Verdünnungseffekt auf. Hydroxyethylstärke (HES) mit einem hohen Molekulargewicht (HMW) und Dextrane beeinträchtigen die Gerinnung erheblich und sollten daher beim blutenden oder blutungsgefährdeten Patienten gänzlich vermieden werden. Gelatine und HES mit einem niedrigen Molekulargewicht (LMW) und Substitutionsgrad beeinflussen vor allem die Fibrinpolymerisation, besonders bei jungen Patienten mit niedrigen Fibrinogenspiegeln muss frühzeitig mit einer beeinträchtigten Gerinnselbildung gerechnet werden. Die Kofaktoren Azidose und Hypothermie können das Hämostasepotential ebenfalls schwer beeinträchtigen und sollten daher konsequent therapiert werden. Die Gabe von balanzierten Lösungen scheint sich über die Vermeidung einer hyperchlorämischen Azidose günstig auf die Gerinnung auszuwirken.

Abstract

Apart from haemodilution many volume substitutes can additionally influence haemostasis through specific ways of action. Specific effects include decreased activity of factor VIII and von Willebrand factor (vWF), prolongation of bleeding time, inhibition of fibrin polymerisation and induction of platelet dysfunction. Crystalloids and albumin only initiate haemodilution. Hydroxyethyl starch (HES) with a high molecular weight (HMW) and dextran significantly impair coagulation by specific effects and thus should be avoided in patients with active bleeding or risk of bleeding. Gelatin and HES with low molecular weights (LMW) may impair fibrin polymerisation. In young patients with low serum fibrinogen levels timely substitution of fibrinogen must be considered. The haemostatic co-factors acidosis and hypothermia contribute to impairment of coagulation in a relevant manner and thus should be treated effectively. Balanced solutions reduce the incidence of hyperchloraemic acidosis and thereby also coagulopathic effects.