, Volume 12, Issue 11, pp 1136-1145

Beiträge der Epidemiologie zur Krebsfrüherkennung

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Zusammenfassung

Mit seinem gesetzlichen Früherkennungsprogramm aus dem Jahr 1971 gehörte Deutschland zu den ersten Ländern, in denen der Bevölkerung regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen als eine Maßnahme der sekundären Prävention von Krebskrankheiten angeboten wurde. Systematische Früherkennung bietet jedoch nicht nur Vorteile, sondern kann auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Aus ethischen Gründen ist daher hinreichende Evidenz der Effektivität einer Früherkennungsmaßnahme vor deren Einführung als Bestandteil eines offiziellen Programms und eine regelmäßige Qualitätskontrolle zwecks Beibehaltung der Effektivität im Routinebetrieb zu fordern. Sowohl auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung zur Krebsfrüherkennung als auch hinsichtlich der Entwicklung geeigneter Strukturen zur Qualitätssicherung laufender Programme war Deutschland über Jahrzehnte an der internationalen Entwicklung wenig beteiligt. Die in diesem Beitrag vorgestellten Forschungsprojekte zeigen jedoch, dass die deutsche epidemiologische Forschung zur Krebsfrüherkennung zwischenzeitlich international kompetitive Wege eingeschlagen hat. Eine vergleichbare Entwicklung wäre auch hinsichtlich der Umsetzung des wissenschaftlichen Erkenntnisstands in der Fortschreibung des deutschen Krebsfrüherkennungsprogramms unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen zu wünschen.

Abstract

Germany was one of the first countries to offer statutory annual screening examinations to its population as a measure for the secondary prevention of cancer. However, screening is not only beneficial, it may also involve undesired side effects. Thus, for ethical reasons, adequate evidence for the efficacy of screening modalities before their introduction into a regular program, and continuous quality assurance of service screening are required. In scientific research on cancer screening and in the development of appropriate structures for quality assurance of routine screening, Germany lagged behind international developments for decades. The research activities presented in this article indicate, however, that the epidemiological research on cancer screening has now reached internationally competitive levels in this country. An analogous development is desirable for the timely and rigorous translation of scientific evidence, with due consideration to international experience, into the practice of cancer screening in Germany