Journal für Rechtspolitik

, Volume 19, Issue 1, pp 35–45

Zur Abwägung von Menschenleben – Gedanken zur Leistungsfähigkeit der Verfassung

Authors

    • Post-Doc Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Senior Research Fellow)Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern
  • Konrad Lachmayer
    • Institut für Staats- und VerwaltungsrechtUniversität Wien
Forum

DOI: 10.1007/s00730-011-0006-3

Cite this article as:
Grechenig, K. & Lachmayer, K. Journal für Rechtspolitik (2011) 19: 35. doi:10.1007/s00730-011-0006-3

Zusammenfassung

Der Staat steht regelmäßig vor der Aufgabe, Interessen gegeneinander abzuwägen. Die Leistungsfähigkeit einer Verfassung beruht zu einem guten Teil darauf, Vorgaben für die Abwägung bereit zu stellen, was auch Fragen zur Abwägung von Menschenleben mit umfasst. Konkret wurde die Abwägung von Menschenleben im Zusammenhang mit dem Abschuss eines entführten Flugzeugs diskutiert. Anders als in Fällen, in denen der Staat nur indirekt über Menschenleben entscheidet (zB bei der Frage, wie viel in die Verkehrssicherheit investiert werden soll), herrscht bei direkten Entscheidungen weitgehende Zurückhaltung bei der Abwägung von Menschenleben. Die Ansicht, dass 1 Menschenleben nicht verloren gehen darf, um 2 Menschenleben zu retten, soll hinterfragt werden. Der Beitrag diskutiert, welche Erwägungen gegen ein Eingreifen des Staates dennoch angeführt werden können und geht auf die damit verbundenen verfassungsrechtlichen Grundlagen ein.

Deskriptoren

Flugzeugabschuss Menschenwürde Ökonomische Analyse des Rechts

Rechtsquellen

Art 2, 3 EMRK

Copyright information

© Springer-Verlag 2011