uwf UmweltWirtschaftsForum

, Volume 22, Issue 4, pp 241–247

Energieautarkie – ausgewählte Ansätze und Praxiserfahrungen im deutschsprachigen Raum

Schwerpunktthema

DOI: 10.1007/s00550-014-0339-y

Cite this article as:
McKenna, R., Jäger, T. & Fichtner, W. uwf (2014) 22: 241. doi:10.1007/s00550-014-0339-y

Zusammenfassung

Sehr ambitionierte energiepolitische Ziele machen eine Umstellung des Energiesystems durch den starken Ausbau Erneuerbarer Energien (EE) und Maßnahmen zur Energieeffizienz unabdingbar. Vor allem die geringe Energiedichte der EE-Ressourcen und ihre Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) führen zu einer eher dezentralen Erschließung und somit (teilweise) energieautarken Kommunen. Obwohl einige Kennzahlen zur Bewertung der Energieautarkie schon entwickelt und angewendet wurden, gibt es wenige einheitliche Definitionen und Begriffe. In diesem Beitrag wird eine dreiteilige Unterscheidung zwischen tendenziell autarken, bilanziell autarken und komplett autarken Ansätzen vorgeschlagen. Ein Überblick über die ausgewählten Praxisbeispiele zeigt im deutschsprachigen Raum zumindest bezüglich der politischen Zielsetzung ein differenziertes Bild. So können in Österreich auf Bundesebene und in Vorarlberg auf Landesebene deutliche energiepolitisch motivierte Autarkiebestrebungen festgestellt werden, welche für Deutschland und die Schweiz so nicht existieren. Daneben scheint es jedoch auch einige Parallelität zu geben, wie das Vorhandensein überregionaler Kommunikationsplattformen zum Austausch bisheriger Erfahrungen oder die Existenz von „Pionier“-Gemeinden (Güssing, Jühnde). Die Vorteile und daher Beweggründe dieser Vorhaben speisen sich grob aus ökonomischen, ökologischen und politischen sowie sonstigen Motiven, aber die Nachteile werden selten thematisiert. Damit zusammenhängend bleibt die Frage offen, welche technischen, sozio-ökonomischen, politischen und weiteren Voraussetzungen als Erfolgsfaktoren für eine Erreichung von Energieautarkie zu verstehen sind und wie diese bewertet werden können.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für Energiewirtschaft, Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP)KarlsruheDeutschland

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