, Volume 118, Issue 11-12, pp 312-320

Tollwut: Epidemiologie, prä- und postexpositionelle Immunisierung

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Zusammenfassung

Durch den Einsatz der Fuchsköderimpfung wurde epizootische Tollwut in Österreich Mitte der Neunzigerjahre erfolgreich eliminiert. Daraus ergab sich, dass Fragestellungen rund um den Komplex der Epidemiologie und der prä- und postexpositionellen Prophylaxe in Folge des Wegfalls von Akutfällen in Österreich seltener wurden und das Wissen um dieses Thema geringer wurde. Andererseits ist der wissenschaftliche Kenntnisstand um die Tollwutschutzimpfung bei Tier und Mensch in den letzten 10 Jahren erheblich gewachsen. Entscheidend für die Notwendigkeit, sich mit dem Themenkreis der Tollwut auseinanderzusetzen ist aber die Tatsache, dass interkontinentale Reisen in tollwutendemische Länder sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt haben. Die Zahl tollwutsuspekter Tierkontakte ist heute etwa dem dortigen Typhusrisiko des Reisenden vergleichbar. Dazu kommt, dass tollwutendemische Länder der EU beigetreten sind und dass häufig Reisen oder berufliche Aufenthalte in den neuen Mitgliedsländern stattfinden. Rückkehrende Reisende mit tollwutverdächtigen Verletzungen aus entfernten endemischen Destinationen, aber auch aus endemischen Nachbarländern, können heute wieder praktisch jeden Arzt mit der Fragestellung der prä- und postexpositionellen Prophylaxe konfrontieren. Die heute anerkannten Richtlinien, internationale und nationale Empfehlungen werden daher vorgestellt und eine Hilfestellung für den niedergelassenen Arzt ausgearbeitet, die die Einordnung des individuellen Falles ermöglicht und die situationsangepasste Behandlung korrekt auflistet. Damit wird sowohl ein zu häufiges Immunisieren vermieden, als auch der korrekte Einsatz von spezifischem Rabiesimmunglobulin festgelegt.

Summary

In the mid-nineties rabies was eliminated from Austria by mass vaccination of foxes. This has eventually led to a decrease in knowledge about epidemiology, prophylaxis and post-exposure treatment of this deadly disease. In addition, there has been considerable scientific progress in the field of rabies vaccination during the last decade. International travel led to more then twice the amount of people from Austria travelling to rabies endemic countries than ten years ago. Frequent travelling to the new EU member states, amongst them rabies endemic countries, further increased the risk of being exposed to this disease. Formerly mainly emergency units in hospitals had to deal with post-exposure rabies prophylaxis. Now that mostly travellers are exposed, any family physician or travel medicine specialist should be able to provide adequate information and treatment. It seems therefore necessary to refresh actual recommendations and guidelines for rabies vaccination, epidemiology and pos-texposure treatment in order to facilitate the management of suspect cases by physicians in Austria.