Date: 01 Jul 2014

Elektrischer Sturm

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Zusammenfassung

Hintergrund

Der elektrische Sturm („electrical storm“, ES) bezeichnet einen Zustand kardialer elektrischer Instabilität, der sich in multiplen Episoden ventrikulärer Tachyarrhythmien (VTs) innerhalb kurzer Zeit äußert. Bei Patienten mit ICD wird ein ES durch ≥ 3 adäquate VT-Detektionen innerhalb von 24 h definiert, die durch antitachykarde Stimulation oder Schocks terminiert wurden. Inadäquate Detektionen und die Schockzahl sind für die ES-Definition irrelevant. Ein ES trat innerhalb von 3 Jahren bei etwa 25 % der ICD-Patienten mit einer sekundärprophylaktischen Indikation auf. Obwohl auch weniger schwere arrhythmische Ereignisse in die ES-Definition eingeschlossen werden, besteht er häufig aus bis zu 50 VTs. Mögliche Auslöser, die bei 20–65 % der Patienten gefunden wurden, schließen dekompensierte Herzinsuffizienz, Diarrhö/Hypokaliämie, Änderungen der Medikation, Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und psychische Belastungen ein. Bei den meisten Patienten besteht ein ES aus monomorphen VTs, was für Reentry als Grundmechanismus spricht, während Kammerflimmern als Zeichen einer Ischämie selten beobachtet wird.

Material und Methoden

Der ES scheint eine niedrige unmittelbare Mortalität zu besitzen (1 %), führt jedoch oft (50–80 %) zu einer Hospitalisation. Die prognostische Langzeitbedeutung ist unklar. Die zentrale Therapie des ES besteht in einer Reduktion des erhöhten Sympathikotonus durch b-Blocker und Sedierung. Amiodaron i.v. ist effektiv in der Terminierung eines ES, während Klasse-I-Antiarrhythmika i. d. R. ineffektiv sind. Substratmapping und VT-Ablation scheinen in der Therapie und Prävention des ES wertvoll zu sein. Die Vermeidung eines ES ist durch eine ICD-Programmierung möglich mit Vermeidung unnötiger Schocks durch lange VT-Detektionszeiten und zahlreiche antitachykarde Stimulationsversuche vor Schockabgabe, die den Sympathikustonus anheizen und einen ES verlängern können.

Abstract

Background

Electrical storm (ES) represents a state of cardiac electrical instability which manifests by multiple episodes of ventricular tachyarrhythmia (VT) within a short time. In patients with an implantable cardioverter-defibrillator (ICD), ES is best defined as ≥ 3 appropriate VT detections in 24 h, treated by antitachycardia pacing or shock. The number of shocks and inappropriate detections are irrelevant for the definition. Within a period of 3 years ES occurred in approximately 25 % of ICD patients with secondary prophylaxis indications of sudden cardiac death. Although the definition includes minor arrhythmic events, ES frequently consists of up to 50 VTs. Potential triggers found in 20–65 % of patients include new/deteriorated heart failure, diarrhea/hypokalemia, changes in antiarrhythmic medication, association with other illnesses, and psychological stress. In most patients ES consists of monomorphic VT indicating the presence of reentry while ventricular fibrillation indicating acute ischemia is rare.

Material and methods

ES seems to have a low immediate mortality (1 %) but frequently (50–80 %) leads to hospitalization. Long-term prognostic implications of ES are unclear. The key intervention in ES is a reduction of the elevated sympathetic tone by beta blockers and also frequently sedation. Amiodarone i.v. is highly efficient in ES while class I antiarrhythmic drugs are usually unsuccessful. Substrate mapping and VT ablation may be useful in treatment and prevention of ES. Prevention of ES requires ICD programming systematically avoiding unnecessary shocks by long VT detection and numerous attempts of antitachycardia pacing before shock therapy which can fuel the sympathetic tone and prolong ES.