, Volume 69, Issue 9, pp 803-812
Date: 07 Nov 2010

Impfungen in der Rheumatologie

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Zusammenfassung

Patienten mit Autoimmunerkrankungen besitzen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer infektiösen Erkrankung. Dies ist zum einen der immunsuppressiven Therapie, zum anderen aber auch der rheumatologischen Grunderkrankung geschuldet. Bisher war der konsequente Einsatz von Impfungen bei dieser Patientengruppe wegen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit wie auch der immunologischen Effektivität limitiert. Die mittlerweile vorliegenden Studien belegen allerdings weder ein Risiko für die Auslösung von Autoimmunerkrankungen im Zusammenhang mit Impfungen noch für die Verschlechterung einer bereits bestehenden Erkrankung, wobei die Datenlage immer noch als unzureichend anzusehen ist (kleine Studien, nur Patienten in Remission). Gemäß dem aktuellen Kenntnisstand kann die Vakzinierung mit Totimpfstoffen bei immunsupprimierten Patienten als sicher und relativ effektiv angesehen werden. Der Impferfolg variiert allerdings in Abhängigkeit von der Erkrankung wie auch der verwendeten immunsuppressiven Therapie. Die Überwachung und Pflege des Impfstatus sollte fester Bestandteil der Betreuung rheumatologischer Patienten sein.

Abstract

Patients with autoimmune or rheumatic diseases are at increased risk for infectious complications due to immunosuppressive therapy and/or the underlying immunological disease itself. To date, the consistent use of vaccinations in this patient group has been limited due to concerns about flair-ups or lack of efficacy. In prospective studies neither an increased risk of disease flair-ups nor of initiation of autoimmune disorders was found as yet; however, the data is still considered insufficient (small studies including only patients in remission). Vaccination with non-live vaccines can generally be regarded as safe and relatively effective, even in patients on immunosuppressive therapy. Since the immune response to vaccination may be markedly impaired depending on the medication used and the underlying autoimmune disease, monitoring of both serum titers and of patients’ vaccination schedules should form an integral part of rheumatological care.