, Volume 41, Issue 6, pp 440-446
Date: 30 Oct 2008

Delir – Management im Krankenhaus: Diagnostik und Therapie

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Zusammenfassung

Alle „Verwirrtheitszustände“, die akut aufgetreten sind und mit Denk-, Wahrnehmungs- und Bewußtseinssstörungen einhergehen, werden heutzutage als „Delir“ bezeichnet.

Bei geriatrischen Patienten stellt das Delir eine sehr häufige Problematik dar. Patienten mit Delir haben eine deutlich schlechtere Prognose, hauptsächlich wegen der großen Häufigkeit von Komplikationen (Stürze, Infektionen usw.). Für den Arzt bestehen erhebliche Aufgaben bei Diagnostik, Klärung der Ursache und Therapie.

Ein Delir tritt in der Regel in Zusammenhang mit einer akuten gesundheitlichen Störung auf. Jede gesundheitliche Störung des multimorbiden, älteren Menschen kann mit einem Delir einhergehen.

Das diagnostische Vorgehen sollte systematisch sein, ausgerichtet an der Häufigkeit und Bedeutung möglicher Ursachen. Ein solches Vorgehen wird im Artikel dargestellt. Eine Herausforderung stellt oftmals schon die Diagnose an sich dar, besonders aber bei vorbestehenden mentalen Störungen (Demenz, Depression). Das Spektrum der Ursachen ist groß, allerdings gilt auch hier: „Häufiges ist häufig“, man muß aber auch viele Besonderheiten des älteren Patienten beachten.

Mit einer kausalen Therapie kommt es in der Regel zu einer Besserung der Symptomatik. Diese ist allerdings nicht immer möglich. Besondere Bedeutung kommt einer geeigneten Intervention im Akutstadium des Delirs zu. Hier kommt es nicht nur auf eine adäquate medikamentöse Therapie an, sondern auch auf die Schaffung eines für den Patienten angemessenen Umfeldes. Hier ist insbesondere eine spezifische Pflege gefordert, im Krankenhaus idealerweise eingebettet in eine besondere Umgebung.

Abstract

All states of confusion with acute onset and alteration of thinking, perception and awareness are defined as “delirium”. Delirium is a common problem in older patients admitted to the hospital. It is combined with a negative prognosis and complications (falls, infections, etc.). Diagnosis and management need special efforts. Delirium is mostly associated with an underlying disease. In the elderly patient, nearly every disease can be accompanied by delirium, and the fragile older patient is especially affected.

Delirium should be evaluated using a systematic approach according to frequency and impact of possible causes. An accurate diagnosis can be challenging. Symptoms have to be distinguished from other cerebral alterations, such as preexisting dementia or depression. Due to the high prevalence, one should always be aware to the presence of delirium.

With the treatment of the identified disease, there is generally a reduction of delirium. Often medical intervention in the acute state is necessary to prevent further alteration of the patient. Beside an adequate medical strategy, it is important to create a safe environment for the affected patient. The article gives suggestions for a systematic diagnostic and therapeutic strategy of delirium.