, Volume 40, Issue 1, pp 21-30

PEG-Sondenanlagen in der Deutschen Akutgeriatrie

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Zusammenfassung

Die Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) ist eine sichere und etablierte Methode der künstlichen enteralen Ernährung. In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise 140 000 PEG-Sonden angelegt, etwa 65% davon bei älteren Menschen. Bisher ist für Deutschland kaum bekannt, mit welcher Indikation PEG-Sondenanlagen im Alter durchgeführt werden und in welchem Gesundheits- und funktionellem Zustand sich diese Patienten befinden.

Um Rückschlüsse auf die Indikation zur PEG-Sondenanlage, den Gesundheitszustand und den weiteren Verlauf von Patienten in geriatrischen Fachabteilungen zu ziehen, haben wir eine Analyse des Datensatz des Jahres 2004 der Gemidas-Datenbank durchgeführt. Die Gemidas-Datenbank ist ein Instrument der freiwilligen Qualitätssicherung, in dem deutschlandweit die Behandlungsdaten von Patienten geriatrischer Abteilungen erfasst werden. Die Daten von 40 Akutgeriatrien mit 27 775 Patienten und 393 PEG-Sondenanlagen wurden analysiert. Aufgrund der Inhalte dieser Datenbank konnten Informationen zur Häufigkeit der PEG-Sondenanlage, zu ernährungsrelevanten Behandlungsdiagnosen, Patientenalter, zum funktionellen und kognitiven Status, zur Länge des stationären Aufenthaltes, zu Herkunft, Entlassungsort und zur Krankenhaussterblichkeit von geriatrischen Patienten mit und ohne PEG-Sondenanlage gewonnen werden.

Bei 1,4% aller stationären Behandlungen wurde eine PEG-Sondenanlage durchgeführt. Die PEG-Sondenanlage erfolgte überwiegend bei Patienten mit den Behandlungsdiagnosen Schlaganfall (65,1%) und Dysphagie (64,1%). Der funktionelle Status der Patienten mit PEG-Sondenanlage war bei Aufnahme mit einem Barthel-Index von 8,2 (± 14,6) Punkten stark reduziert. Die Krankenhaussterblichkeit in der PEG-Gruppe war mit 17,6% aufgrund der Erkrankungsschwere deutlich höher als in der Vergleichsgruppe (4,3%). Die Krankenhaussterblichkeit in der PEG-Gruppe unterscheidet sich jedoch nicht von der in anderen PEG-Studien. In der Gesamtgruppe der 27 775 akutgeriatrischen Patienten wurde eine Diagnose im Sinne der Malnutrition nur bei 7,0% der Patienten kodiert, obwohl Prävalenzstudien weitaus höhere Raten von etwa 50% bei älteren Krankenhauspatienten zeigen.

Abstract

The placement of a percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG) is a safe and widely accepted method of artificial enteral nutrition. In Germany, PEG placement is performed approximately 140 000 times a year, about 65% of them in elderly patients. Yet indications for PEG placement in the elderly, as well as the health and functional status of these patients are unexplored in Germany.

To draw conclusions about the indication for PEG placement, the health status and the further development of patients undergoing PEG in acute geriatric wards, we performed an analysis of the 2004 annual data set of the German Gemidas database. The Gemidas database is an instrument of voluntary quality assurance, where the treatment data of patients in German geriatric hospital units are registered. Data of 40 acutegeriatric hospital units with 27 775 patients and 393 PEG tube placements were analyzed. According to the database items, we received information about the incidence of PEG placement, nutrition-relevant treatment diagnosis, patients age, functional and mental status, length of hospitalstay, where patients were admitted from and discharged to and the hospital mortality of geriatric patients with and without PEG placement.

In 1.4% of all treatment cases, a PEG was inserted. PEG placement was mainly performed in patients with the treatment diagnosis stroke (65.1%) and dysphagia (64.1%). The functional status of patients with PEG tube placement was very poor, with an Barthel Index of 8.2 (± 14.6) points at admission. Due to the severity of the disease and in concordance with existing data the overall hospital mortality of patients undergoing PEG placement was 17.6%, which is higher than in patients without PEG placement (4.3%). In all 27 775 analyzed geriatric patients, a diagnosis related to malnutrition was coded in only 7.0%, although sufficient data show a prevalence of about 50% in elderly hospital patients.

*Arbeitsgruppe Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)