, Volume 36, Issue 6, pp 429-436

Übereinstimmungen und Unterschiede in der selbst- und fremdeingeschätzten Gesundheit bei extrem Hochaltrigen

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Zusammenfassung.

Insbesondere im höheren Alter wird das allgemeine Wohlbefinden eines Menschen zunehmend durch dessen gesundheitliche Situation bestimmt. In Forschungsarbeiten zur Entwicklung im extrem hohen Alter werden aufgrund bestehender Leistungseinbußen Einschätzungen des Gesundheitszustandes häufig durch nahestehende Personen („Proxies“ oder Interviewer) vorgenommen. Es ist jedoch bisher ungeklärt, ob Selbst- und Fremdauskünfte überhaupt vergleichbare Informationen über den Gesundheitszustand liefern. Dazu wurden in der vorliegenden Studie mit 53 Hundertjährigen und 53 Proxies Übereinstimmungen und Unterschiede in der Selbst- und Fremdeinschätzung des Gesundheitszustandes untersucht. Die Ergebnisse zeigen Bereiche mit guter Übereinstimmung der Beurteilungen von Hundertjährigen, Proxies und Interviewern und eine Überschätzung der ADL-Kompetenz durch extrem alte Menschen im Vergleich zu ihnen nahestehende Personen. Die subjektive Gesundheitsbeurteilung der extrem Hochaltrigen reflektiert vor allem den Gemütszustand. Die Befunde werden in Bezug auf Unterschiede der in die globalen Gesundheitseinschätzungen eingehenden Informationen diskutiert. Die Ergebnisse deuten auch im sehr hohen Alter auf Anpassungsprozesse bei der Gesundheitseinschätzung hin.

Summary.

Especially in old age, the global well-being of persons is strongly influenced by their health situation. Due to functional limitations, research on the development of persons in extreme old age often uses proxy ratings of health instead of self-ratings common in younger age groups. However, it is not known whether self- and proxy-ratings provide comparable information about the health status of extremely old persons. The current study with 53 centenarians and 53 proxies examines similarities and differences between selfand proxy-ratings of health. The results indicate a high degree of similarity in some health ratings, an overestimation of ADL capacities by the centenarians, and that self-ratings to a large degree reflect the current mood levels of individuals. Findings are discussed with respect to the differences in the kind of information used for general health ratings.