, Volume 47, Issue 4, pp 260-265
Date: 24 Apr 2010

Gastrointestinale Blutungen bei Intensivpatienten

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Zusammenfassung

Die gastrointestinale Blutung ist eine gefürchtete Komplikation bei Patienten auf der Intensivstation. Sie ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität vergesellschaftet. Hauptrisikofaktoren für das Auftreten einer klinisch bedeutsamen „Stressblutung“ sind die Notwendigkeit zur mechanischen Ventilation über mindestens 48 h oder das Vorliegen einer Koagulopathie (PTT >2-Fache der Norm, INR >1,5, Thrombozyten <50.000/µl). Durch die Gabe von H2-Rezeptorantagonisten oder Protonenpumpenhemmern lässt sich die Häufigkeit einer klinisch bedeutsamen Blutung bei Risikopatienten senken. Diese medikamentöse Prophylaxe wird jedoch viel zu häufig eingesetzt. Des Weiteren fehlt bisher der Nachweis, dass diese Medikamente die Mortalität und/oder die Liegezeit der Patienten verringern. Die Behandlungsstrategien bei Auftreten einer gastrointestinalen Blutung unterscheiden sich nicht zwischen Intensivpatienten und Nicht-Intensivpatienten. Patienten mit Lebervorerkrankung scheinen bei Auftreten einer Blutung auf der Intensivstation besonders vital gefährdet. Die Zukunft muss zeigen, ob gerade bei diesen Patienten besondere Früherkennungsmaßnahmen zu einem besseren Überleben führen.

Abstract

Gastrointestinal bleeding is a dreaded complication in intensive care unit (ICU) patients and is associated with increased morbidity and mortality. The main risk factors for clinically important bleedings are (1) mechanical ventilation >48 h and (2) coagulopathy (PTT >2 times the upper limit of normal, INR >1.5, thrombocyte count <50000/µl). H2-receptor antagonists and proton pump inhibitors reduce the frequency of clinically important bleeding in patients at risk. These drugs are frequently used, although there is no evidence that mortality and/or the length of hospital stay are reduced. There is no difference in the strategies to treat bleeding episodes in ICU and non-ICU patients. ICU patients who suffer from liver disorders are at high risk of death when bleeding. Future studies have to elucidate whether specialized screening programs are needed.