, Volume 44, Issue 6, p 390
Date: 31 May 2007

Invasive oder nicht-invasive Diagnostik der Ventilator-assoziierten Pneumonie

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Abstract

Ventilator-associated pneumonia (VAP) is the most frequent nosocomial infection on intensive care units (ICU). VAP has consequences on mortality, duration of stay on the ICU and in the hospital and increases costs of treatment. Clinical studies indicated that an early and calculated treatment with broad-spectrum antibiotics is highly important for the success of treatment on the ICU. To minimize formation of resistance, early deescalation or termination of this chosen therapy is necessary and may be based on clinical criteria and especially microbiological examination. The latter case needs extraction of secretions in the upper respiratory tract. Invasive techniques (bronchoalveolar lavage, BAL) and non-invasive techniques (endotracheal aspiration, ETA) can be used. There is no agreement between studies about which method leads most frequently to correct results and results in improving outcome of patients. The study performed by the Canadian critical care trials group (December 21, 2006, NEJM) examined 740 patients on intensive care units. Patients were randomized both depending on the diagnostic method (ETA vs BAL) and the antibiotic treatment (mono- vs combined antibiotic therapy). The 28-day mortality was chosen as the primary outcome parameter, while duration of mechanical ventilation and duration of stay on the ICU were chosen among other things as secondary parameters. The results indicated no significant differences between the groups for these parameters. Patients undergoing BAL were treated significantly later by study antibiotics. This difference had no effect on patients' outcome. The special selection of the study population, which excluded pre-colonized and chronically ill patients, reduces the possibility to rate these results. Furthermore, based on the results of this study, recommendation for one of the used techniques in diagnosing VAP can not be given.

Zusammenfassung

Die Ventilator- assoziierte Pneumonie (VAP) stellt die häufigste nosokomiale Infektion auf Intensivstationen dar. Ihr Auftreten hat zudem weitreichende Konsequenzen für die Letalität, die Behandlungsdauer und damit die Behandlungskosten. Klinische Studien zeigen, dass die frühzeitige Einleitung einer kalkulierten Breitspektrum- Antibiotikatherapie von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung ist. Nach Keimnachweis oder klinischer Restitutio sollte allerdings eine rasche Deeskalation der Therapie erfolgen, um die Gefahr von Resistenzbildungen zu minimieren. Die Gewinnung von Proben aus dem Respirationstrakt zum Keimnachweis kann mittels Bronchoalveolärer Lavage (BAL) oder endotrachealer Absaugung (ETA) erfolgen. Welche dieser diagnostischen Methoden für einen möglichst zuverlässigen Keimnachweis am besten geeignet ist und damit das Outcome der Patienten verbessert, bleibt allerdings bis heute umstritten. So kamen entsprechende Studien der letzten sechs Jahre in dieser Hinsicht zu unterschiedlichen Ergebnissen. In der Studie der Canadian Critical Care Trials Group, deren Ergebnisse nun vorliegen, wurden 740 Patienten auf Intensivstationen untersucht, die sowohl nach diagnostischer Methode (BAL vs. ETA) als auch nach der Art der Antibiotikabehandlung (Monovs. Kombinationstheapie) randomisiert wurden. Als primärer Zielparameter wurde die 28-Tage- Letalität gewählt, sekundäre Zielparameter waren u. a. die Beatmungsdauer und die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation. Die Ergebnisse der Studie zeigen für keinen dieser Parameter signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Allein der Therapiebeginn ist in der mittels BAL untersuchten Gruppe signifikant verspätet. Dieser eher geringfügige Unterschied hatte jedoch keinen Einfluss auf das Outcome der Patienten. Die besonderen Ausschlusskriterien in dieser Studie, die unter anderem mit multiresistenten Keimen kolonisierte oder chronisch kranke Patienten ausschlossen, erschweren allerdings eine eindeutige Wichtung, da gerade für diese Patienten ein höheres Risiko für die Entwicklung einer VAP besteht. Eine eindeutige Empfehlung für eine der beiden Techniken kann deshalb auch vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Studie nicht ausgesprochen werden.

Im Beitrag C. Brülls, R. Dembinski, R. Rossaint „Invasive oder nicht-invasive Diagnostik der Ventilator-assoziierten Pneumonie. Ergebnisse der Canadian Critical Care Trials Group“. Intensivmed 44:263–269 (2007) [Online Version des Beitrages unterhttp://dx.doi.org/10.1007/s00390-007-0793-7] wurde durch ein Versehen im englischen Titel statt „ventilator-associated pneumonia“ fälschlicherweise „ventricular-associated pneumonia“ wiedergegeben.
Korrekt muss der gesamte Titel lauten: Invasive or non-invasive diagnostics of ventilator-associated pneumonia. Results of the Canadian Critical Care Trials Group
Der Verlag bittet diesen Fehler zu entschuldigen!