, Volume 98, Issue 7, pp 660-664

Differenzierung zwischen Legasthenie und okulär bedingten Lesestörungen

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Zusammenfassung

Hintergrund. Legasthenie wird definiert als eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS), die nach Ausschluss und Therapie organischer Ursachen persistiert. Studien belegen, dass bei als Legastheniker eingestuften Patienten mit Lese-/Schreibstörung okuläre Ursachen, v. a. kleine Refraktionsfehler und Motilitätsstörungen, oft nicht vollständig ausgeschlossen und behandelt wurden.

Methode. Retrospektiv werteten wir die Daten von 33 Patienten aus, die in unsere Abteilung mit der Diagnose der Legasthenie im Zeitraum von Dezember 1997 bis März 2000 überwiesen wurden.

Ergebnisse. Bei 28 (84,8%) Patienten konnten wir okuläre Störungen finden und bei 26 (78,8%) Kindern verbesserte sich die LRS nach Therapie dieser Störungen. Bei diesen 26 Kindern lagen vor allem Akkommodationsprobleme vor: unkorrigierte kleine Hyperopien, Hypoakkommodation und/oder Exophorie mit Kompensation über die akkommodative Konvergenz.

Schlussfolgerung. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Korrektur von sehr kleinen Refraktionsfehlern und/oder Motilitätsstörungen bei Kindern mit LRS äußerst wichtig ist. Eine Legasthenie konnte dabei nur in einem sehr kleinen Prozentsatz bestätigt werden.

Abstract

Background. Dyslexia is defined as a reading and/or writing disability persisting after exclusion of organic causes. Studies show that ocular disorders, especially small refraction errors, hypoaccommodation and symptomatic heterophoria, are often not detected or treated in cases of reading and/or writing problems which were otherwise diagnosed as dyslexia.

Methods. We evaluated the data of patients referred to our department from December 1997 to March 2000 with the diagnosis of dyslexia.

Results. We found ocular disturbances in 28 (84.8%) out of 33 children, 26 (78.8%) showed improved reading after therapy. They had mostly accommodative problems: uncorrected hyperopia, hypoaccommodation and/or exophoria compensated by accommodative convergence (pathophoria).

Conclusions. Our results underline the importance of the correction of even small refraction and/or motility errors in the presence of reading and writing difficulties.