, Volume 48, Issue 5, pp 339-342
Date: 02 Oct 2010

Röntgen vor Wirbelsäulenmanipulationen

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Zusammenfassung

Üblicherweise wird vor einer Manipulationstherapie zum Ausschluss möglicher Kontraindikationen eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Hiermit ist das Risiko einer strahleninduzierten letalen Tumorerkrankung verbunden. Je nach Alter der Patienten und untersuchtem Wirbelsäulenabschnitt liegt das Risiko im Bereich zwischen 10−4 und 10−7. Entsprechend fordert die Röntgenverordnung die Stellung einer rechtfertigenden Indikation im Sinne einer Nutzen-Risiko-Analyse. Abschätzungen aus bisherigen Untersuchungen ergaben ein Risiko zwischen 10−2 und 10−8 für eine durch Röntgenuntersuchung vermeidbare Komplikation einer Manipulation. Diese Studien über- oder unterschätzten jedoch das tatsächliche Risiko, je nach methodischem Ansatz, deutlich. Eine genaue Nutzen-Risiko-Analyse ist mit den bisherigen Daten daher nicht möglich. Es sind gezielte Studien zur Klärung des Sachverhalts notwendig, da gerichtlich auch ein fehlendes Röntgenbild als Behandlungsfehler gewertet wird, obwohl sich daraus keine Komplikation ergeben hat.

Abstract

Radiography will usually be carried out before manipulation therapy to exclude contraindications. Depending on the age of the patient and the area of the spine the risk of inducing a fatal tumour is in the range of 10-4-10-7. Therefore, the German X-ray regulations demand a benefit-risk assessment to justify the use of radiography. Estimations from existing studies lead to a risk of complications after manipulation which can be prevented by radiography of between 10-2 and 10-8 but these studies overestimate or underestimate the risk depending on the methodological approach. Therefore, at present an exact benefit-risk assessment is not possible and specific studies are necessary to clarify the facts not least because German courts classify the lack of an x-ray examination as malpractice even if no complication resulted.