, Volume 36, Issue 1, pp 32-40

Perioperatives Schmerzmanagement in der Orthopädie

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Zusammenfassung

Operationen in der Orthopädie sind meist elektive Eingriffe und damit planbar. Wesentlich für den Erfolg oder Misserfolg einer operativen Therapie ist die Indikation zur operativen Therapie. Neben der Planung der Operation als solche ist auch die Planung und Durchführung einer suffizienten Schmerztherapie eine der wesentlichen Säulen einer erfolgreichen Therapie.

Gerade im Hinblick auf die weiter abnehmende mittlere Krankenhausverweildauer und dem wachsenden Patientenanspruch ist die Etablierung eines Schmerzmanagements unabdingbar. Hierzu gehört die umfassende Information des Patienten über den bevorstehenden Eingriff, eventuelle Komplikationen, Möglichkeiten der peri- und postoperativen Analgesie und auch die Planung der weiterführenden Therapie im Anschluss an den Klinikaufenthalt.

Im Rahmen der Schmerzdokumentation sollten die Schmerzen als 5. Vitalzeichen mindestens 3-mal täglich erfasst werden. Bei der Festlegung der Anästhesieform sind periphere Blockaden und rückenmarknahe Analgesieformen im Hinblick auf eine zentrale Sensibilisierung und einer Schmerzverselbstständigung zu bevorzugen. Intraoperativ sollte durch minimal-invasive Verfahren und atraumatisches Operieren das Weichteiltrauma möglichst gering ausfallen.

Um unnötige postoperative Schmerzen zu vermeiden sollte eine individuell auf den Patienten und dessen Risikoprofil abgestimmte postoperative Analgesie erfolgen. Hierbei besteht die Analgesie aus einer Basismedikation und einer Bedarfsmedikation: Dabei ist die basale Schmerzmedikation unter Berücksichtigung der Schmerzscores und der beanspruchten Bedarfsmedikation täglich neu festzulegen. Um auch nach der Entlassung aus der stationären Therapie oder nach der ambulanten Operation eine suffiziente Schmerztherapie gewährleisten zu können, sollten entsprechende Empfehlungen im Arztbrief gegeben werden. Nur so ist eine umfassende Therapie zur Optimierung des operativen Outcome und der Vermeidung chronischer Schmerzen infolge eines elektiven operativen Eingriffs möglich.

Abstract

Organized orthopaedic pain management is a major part of successful patient treatment. Therefore pain management should start before surgery. Patients need to be informed about the operation and the subsequent procedures. Clinical pain management is based on continuous pain documentation with pain as the fifth vital sign.

Surgery should be minimally invasive bewaring a peripheral modulated nociceptive sensitization. In order to prevent chronic pain preemptive analgesia should be employed followed by an individually tailored regimen of post-operative analgesia. In consideration of the documented pain levels post-operative pain therapy consisting of a standing medication and a rescue medication should by adjusted daily.

Due to the fact that the highest pain levels after surgery were reported within the first 48 h pain medication should be reduced in the ensuing days, again taking the documented pain levels into account. Supportive treatment approaches such as cryotherapy or transcutaneous electrical nerve stimulation (TENS) are useful in the post-operative period.

Physiotherapy after surgery should be extended stepwise regarding the operative device and it is of particular importance to respect pain intensities. The post-hospital regimen for a continuous pain medication should be given to the orthopaedic specialist.