Der Urologe B

, Volume 39, Issue 4, pp 358–370

Proteinurie

  • H. Naujoks
  • C. Wanner
Article

DOI: 10.1007/s001310050321

Cite this article as:
Naujoks, H. & Wanner, C. Der Urologe B (1999) 39: 358. doi:10.1007/s001310050321
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Zusammenfassung

Als Proteinurie wird eine Eiweißausscheidung von mehr als 300 mg/Tag bezeichnet.Von klinischer Bedeutung sind Ödeme,Immundefekte und Thrombosen als Folgen des ne-phrotischen Syndroms und die begleitenden kardiovaskulären Schäden. Bei Proteinurie und im Rahmen des nephrotischen Syndroms kommt es durch eine Erhöhung von LDL und Lipoprotein(a) zu einer atherogenen Lipidkonstellation und zu kardiovaskulären Erkrankungen. Auch eine geringe Proteinurie und sogar schon eine persistierende Mikroal-buminurie als Ausdruck einer endothelialen Dysfunktion sind mit einer stark erhöhten Inzidenz an Schlaganfällen und koronarer Herzerkrankung sowie einer erhöhten Gesamtmortalität vergesellschaftet. Die renalen Folgen der Proteinurie führen häufig in einen kausalen Teufelskreis aus stärker werdenden Nierenschäden und ansteigender Proteinurie. Neben der Behandlung der Grunderkrankung ist die nephroprotektive Wirkung einer eiweißbeschränkten Kost und der Senkung des Blutdrucks,vorzugsweise durch ACE-Hemmer und Kochsalzrestriktion, von bewiesener Effektivität.Je höher die Proteinurie ist, desto niedriger sollte der anzustrebende Blutdruck liegen.Auch normotensive Patienten profitieren von einer Proteinuriesenkung durch ACE-Hemmer. Mit einer Reduktion der Proteinurie verbessert sich das kardiovaskuläre Risikoprofil entscheidend, und die Progression des Nierenfunktionsverlustes wird verlangsamt.

Copyright information

© Springer-Verlag 1999

Authors and Affiliations

  • H. Naujoks
    • 1
  • C. Wanner
    • 1
  1. 1.Schwerpunkt NephrologieMedizinische UniversitätsklinikWürzburg