, Volume 41, Issue 11, pp 879-883

Kardiovaskuläres Risiko in der Postmenopause und Hormonersatztherapie

Purchase on Springer.com

$39.95 / €34.95 / £29.95*

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Zusammenfassung

Gut ein Drittel des Lebens einer Frau in den Industrienationen liegt nach der Menopause, und die Lebenserwartung nimmt stetig zu. Die führenden Todesursachen sind mit bis zu 55% kardiovaskuläre Ereignisse. Die Manifestation der kardiovaskulären Erkrankungen erfolgt in höherem Lebensalter und präsentiert sich oftmals mit atypischen Symptomen. Eine primäre und auch sekundäre Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei postmenopausalen Frauen ist somit von zunehmendem Interesse. Viele Untersuchungen aus der Grundlagenforschung zeigten einen protektiven Effekt von Östrogenen auf Gefäße. Diese Ergebnisse wurden von einigen Beobachtungsstudien unterstützt. Die großen Interventionsstudien zeigten keine sekundäre Prävention unter oraler Hormonersatztherapie (HRT) auf kardiovaskuläre Ereignisse; teilweise kam es sogar zu einer deutlichen Risikoerhöhung. Ein Trend zu einer primären Risikoverminderung konnte lediglich in der Gruppe derjenigen Frauen gesehen werden, die ohne auffällige kardiovaskuläre Anamnese möglichst kurzfristig nach Eintritt der Menopause orale HRT erhielten. Die Verwendung transdermalen Östrogens schien sicherer in Bezug auf das tromboembolische Risiko. Es bleibt in der Beratung also zunächst bei einer individuellen, kritischen Abwägung einer HRT, besonders bei älteren und kardiovaskulär vorbelasteten Patientinnen.

Abstract

More than one third of a woman’s lifetime in the developed countries follows menopause, and the average life expectancy is increasing constantly. With a share of 55%, cardiovascular disease represents the primary cause of death for postmenopausal women. Cardiovascular disease in women manifests at higher age and presents with atypical symptoms. Therefore primary and secondary prevention of cardiovascular disease of postmenopausal women is of increasing interest. Many basic research studies indicate a protective effect of oestrogen for vessels, and several observational studies support these findings. However, randomised controlled studies failed to show secondary prevention of cardiovascular events with oral hormone replacement therapy (HRT). In some studies there was even evidence of increased risk. A trend for primary prevention could be demonstrated only for women with negative cardiovascular anamnesis who obtained oral HRT shortly after menopause. Transdermal oestrogen may be safer with respect to thrombotic risk. When advising patients we must consider our recommendations individually and critically, especially for elderly women with cardiovascular risk.