, Volume 38, Issue 1, pp 33-38

Fehlbildungen nach assistierter Reproduktionsmedizin

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Zusammenfassung

Insgesamt deuten die Daten auf ein leicht erhöhtes Malformationsrisiko nach assistierter Reproduktionsmedizin (ART) hin. Wenn auch die Studien in ihren Ergebnissen stark schwanken und das absolute Risiko für ein Kind mit Fehlbildungen klein ist, müssen die Paare darüber aufgeklärt sein. Gesichert ist, dass Eltern nach In-vitro-Fertilisation und intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) durch soziodemographische und anamnestische Hintergrundsrisiken per se ein erhöhtes Risiko haben, ein Kind mit einer Fehlbildung zu zeugen. In der Kinderwunschsprechstunde müssen die Paare außerdem darüber aufgeklärt werden, dass durch ICSI gezeugte Kinder im Vergleich zum Normalkollektiv ein höheres Risiko für chromosomale Anomalien haben. Dies leitet sich aus den vererbten chromosomalen Anomalien (1–4%) ab, welche schon bei den Eltern (vornehmlich bei den Vätern) vorhanden sind, oder durch chromosomale De-novo-Anomalien, welche vorwiegend durch die schlechte Spermienqualität (2,1% bei einer Spermienzahl <20 Mio./ml) zustande kommen. Die Gesundheit von Kindern nach assistierter Reproduktionsmedizin muss unbedingt in weiteren Studien ausgewertet werden, um klare Schlüsse über die Sicherheit dieser Techniken zu erlangen. Immer noch unklar sind vor allem die Relevanz des Risikofaktors „Sterilität“ an und für sich sowie die Bedeutung epigenetischer Veränderungen nach Einsatz der assistierten Reproduktionsmedizin.

Abstract

New follow-up studies indicate a slightly increased risk of malformations after assisted reproductive techniques (ART). Even if study results vary a lot and the absolute risk for congenital malformations in ART children is small, couples must be properly informed. It is undisputed that parents after in vitro festilization (IVF) or intracytoplasmatic sperm injection (ICSI) have a greater risk to father a child with malformations because of underlying sociodemographic and anamnestic risk factors. Couples have also to be counseled that ICSI-children have a greater risk for chromosomal anomalies compared with naturally conceived children. This is due to transmitted chromosomal anomalies (1–4%), which are already existent in parents (predominantly fathers), or due to de-novo chromosomal anomalies, originating mostly of bad sperm quality (2.1% when the sperm count is <20 Mio./ml). The health of children after assisted reproductive medicine must be systematically documented in follow-up studies to draw clear conclusions regarding the safety of these techniques. The importance of the risk factor “sterility” itself and the significance of epigenetic changes are still unclear.