Der Urologe

, Volume 52, Issue 6, pp 777–784

Demografie, medizinischer Fortschritt und Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen

Leitthema

DOI: 10.1007/s00120-013-3177-6

Cite this article as:
Breyer, F. Urologe (2013) 52: 777. doi:10.1007/s00120-013-3177-6

Zusammenfassung

Da die Ausgaben für medizinische Behandlung typischerweise im Laufe des Lebens ansteigen, ist die Befürchtung weit verbreitet, dass die zunehmende Bevölkerungsalterung in Deutschland gemeinsam mit dem medizinischen Fortschritt eine ernste Gefahr für die zukünftige Finanzierung des Gesundheitswesens darstellt. Zu dem Zusammenhang zwischen Alterung und Entwicklung der Gesundheitsausgaben hat sich in den letzten 15 Jahren eine reichhaltige theoretische und empirische Literatur entwickelt, die in diesem Artikel resümiert wird. Darin wurde zwar gezeigt, dass die höchsten Behandlungskosten weniger dem Alter per se als der Nähe zum Tod geschuldet sind. Dennoch zeigen selbst Simulationsrechnungen, die diesen Effekt berücksichtigen, dass der Anstieg der Lebenserwartung – ebenso wie der medizinische Fortschritt – einen Beitrag zum Wachstum der Pro-Kopf-Ausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung leisten wird.

Schlüsselwörter

LebenserwartungMedikalisierungKompression der MorbiditätNähe-zum-Tod-HypotheseRed-Herring-Hypothese

Ageing, medical progress and the growth of healthcare expenditure

Abstract

As healthcare expenditure typically rises during a person’s lifetime, there are widespread fears that the ageing of the German population together with technical progress in medicine will be a serious threat to future healthcare financing. The relationship between ageing and growth of healthcare expenditure has been intensively studied over the past 15 years both theoretically and empirically. In this article it will be demonstrated that the highest expenditure is not due to age per se but rather to proximity to death. However, even taking this effect into account simulations show that the increase in life expectancy as well as medical progress will contribute to the growth of per capita expenditure in the German healthcare insurance system.

Keywords

Life expectancyMedicalizationCompression of morbidityTime-to-death hypothesisRed herring hypothesis

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich WirtschaftswissenschaftenUniversität KonstanzKonstanzDeutschland