Der Radiologe

, Volume 54, Issue 5, pp 449–454

Die Bedeutung von Risikomodellen für das Management pulmonaler Rundherde

Leitthema

DOI: 10.1007/s00117-013-2600-8

Cite this article as:
Prosch, H. & Baltzer, P. Radiologe (2014) 54: 449. doi:10.1007/s00117-013-2600-8
  • 272 Downloads

Zusammenfassung

Klinisches/methodisches Problem

Pulmonale Rundherde sind ein häufiger Befund bei CT-Untersuchungen des Thorax.

Radiologische Standardverfahren

Die weiterführende Abklärung der gefunden Rundherde hängt im Wesentlichen von der so genannten Vortestwahrscheinlichkeit ab, der Wahrscheinlichkeit ob der Rundherd maligne ist oder nicht.

Methodische Innovationen

Diese Vortestwahrscheinlichkeit lässt sich durch die Kombination aller relevanten Vorinformationen wie Alter und Geschlecht des Patienten, Raucheranamnese, Tumoranamnese, Größe und CT-Morphologie des Rundherdes genau berechnen oder intuitiv abschätzen.

Leistungsfähigkeit

Werden weiterführende Untersuchungen zur Abklärung des Rundherdes durchgeführt, ist das Ergebnis dieser Untersuchung, die Nachtestwahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Malignität, in Abhängigkeit von der Vortestwahrscheinlichkeit und der Testgüte der Untersuchung zu interpretieren.

Bewertung

Während ein genauer Test im Falle niedriger Vortestwahrscheinlichkeiten Malignität mit Sicherheit ausschließen kann, ist ein positives Testergebnis in einem solchen Setting niemals als 100 %ig sicher einzustufen. Umgekehrt verhält es sich im Falle sehr hoher Vortestwahrscheinlichkeiten: hier kann eine positive Diagnose als sicher angenommen, der Ausschluss der Erkrankung jedoch nur als unsicher eingestuft werden.

Schlüsselwörter

MalignitätComputertomographieRöntgenuntersuchungVortestwahrscheinlichkeitNachtestwahrscheinlichkeit

The importance of risk models for management of pulmonary nodules

Abstract

Clinical/methodical issue

Pulmonary nodules are a frequent finding in computed tomography (CT) investigations.

Standard radiological methods

Further diagnostic work-up of detected nodules mainly depends on the so-called pre-test probability, i.e. the probability that the nodule is malignant or benign.

Methodical innovations

The pre-test probability can be calculated by combining all relevant information, such as the age and the sex of the patient, the smoking history, and history of previous malignancies, as well as the size and CT morphology of the nodule.

Performance

If additional investigations are performed to further investigate the nodules, all results must be interpreted taking into account the pre-test probability and the test performance of the investigation in order to estimate the post-test probability.

Achievements

In cases with a low pre-test probability, a negative result from an exact test can exclude malignancies but a positive test cannot prove malignancy in such a setting. In cases with a high pre-test probability, a positive test result can be considered as proof of malignancy but a negative test result does not exclude malignancy.

Keywords

MalignancyComputed tomographyX raysPre-test probabilityPost-test probability

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Universitätsklinik für Radiologie und NuklearmedizinMedizinische Universität Wien, Allgemeines KrankenhausWienÖsterreich