, Volume 51, Issue 5, pp 384-387
Date: 29 Apr 2011

Funktionelle MRT und neurophysiologische Aspekte der Adipositas

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Zusammenfassung

Bildgebende Studien zeigen, dass Nahrungsreize und metabolische Stimuli das mesokortikolimbische System und somit das Belohnungssystem aktivieren. Die Aktivierung dieses Systems wird sowohl von Hunger als auch Übergewicht beeinflusst. In bildgebenden Studien wurde nachgewiesen, dass Reize in Form von Essen ähnlich wie Suchtmittel den Belohnungskreislauf aktivieren. Diese Erkenntnis hat Auswirkungen auf die Prävention und Therapie der Adipositas. Die Nahrungsmittelindustrie ist gefordert, gesünderes Essen zu produzieren und entsprechend zu bewerben. Vor dem Hintergrund, dass die visuelle Stimulation durch Nahrungsmittel ein potenzieller Trigger für das Verlangen nach Essen ist, sollte die direkt auf Kinder ausgerichtete Bewerbung hochkalorischer Nahrungsmittel reduziert werden. Die Anwendung nichtinvasiver bildgebender Verfahren für die Erforschung von gesundem, homöostatischem und im Gegensatz dazu hedonischem Essensverhalten repräsentiert einen neuen und wichtigen wissenschaftlichen Ansatz. Weitere Fortschritte auf dem Gebiet der bildgebenden Verfahren und eine Verbesserung des experimentellen Designs können neue und bedeutende Erkenntnisse hinsichtlich des menschlichen Essverhaltens liefern. Diese könnten zu neuen Entwicklungen in der Pharmako- und Verhaltenstherapie der Adipositas führen.

Abstract

Functional magnetic resonance imaging studies have revealed that metabolic signals and food stimuli activate the mesocorticolimbic neural network involved in processing the reward system. Activation is influenced by obesity and hunger and many recent brain imaging studies have detected that food and drug stimuli activate many of the same reward circuits. These findings have implications for obesity prevention and therapy. Educational efforts need to be directed towards those at increased risk of becoming obese and the food industry has to be involved in providing and promoting healthier food options. Given that visual food stimuli are potent triggers of desire, seductive advertising of high calorie foods directed towards children should be curtailed. The application of non-invasive brain imaging methodologies to the study of hedonic and homeostatic eating behavior represents a novel and important experimental approach. Further advances in imaging technology and improved experimental designs will provide new and important insights into human ingestive behavior that may lead to new developments in behavioral and pharmacological therapies.