Der Nervenarzt

, Volume 71, Issue 6, pp 459–469

Neuroanatomie des Morbus Parkinson Veränderungen des neuronalen Zytoskeletts in nur wenigen für den Krankheitsprozess empfänglichen Nervenzelltypen führen zur progredienten Zerstörung umschriebener Bereiche des limbischen und des motorischen Systems

Veränderungen des neuronalen Zytoskeletts in nur wenigen für den Krankheitsprozess empfänglichen Nervenzelltypen führen zur progredienten Zerstörung umschriebener Bereiche des limbischen und des motorischen Systems

Authors

  • H. Braak
    • Dr. Senckenbergische Anatomie, Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt am Main
  • U. Rüb
    • Dr. Senckenbergische Anatomie, Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt am Main
  • E. Braak
    • Dr. Senckenbergische Anatomie, Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt am Main
Übersicht

DOI: 10.1007/s001150050607

Cite this article as:
Braak, H., Rüb, U. & Braak, E. Nervenarzt (2000) 71: 459. doi:10.1007/s001150050607

Zusammenfassung

Der Morbus Parkinson ist eine stetig voranschreitende degenerative Erkrankung des zentralen, peripheren und enterischen Nervensystems des Menschen. Im Verlauf der Erkrankung erleiden neben der Substantia nigra eine Reihe von extranigralen Komponenten des motorischen Systems sowie zahlreiche Zentren des limbischen Systems und der autonomen Regulation schwerwiegende Zerstörungen. Der Morbus Parkinson ist daher eine Multisystemerkrankung. Nur bestimmte Arten von Projektionsneuronen entwickeln die für die Erkrankung charakteristischen Veränderungen des neuronalen Zytoskeletts. Das Ergebnis dieser Veränderungen sind intraneuronale Einschlusskörper in Form von Lewy-Körpern in den Zellleibern und Lewy-Neuriten in den Zellfortsätzen, die zum vorzeitigen Absterben der betroffenen Nervenzellen führen. Aufgrund der selektiven neuronalen Vulnerabilität ergibt sich eine charakteristische Verteilung der Veränderungen innerhalb des Nervensystems mit entsprechenden Einbußen der Funktionsfähigkeit zahlreicher Systeme.

Schlüsselwörter Morbus Parkinson Motorisches System Limbisches System Lewy-Körper Lewy-Neuriten Zytoskelett α-Synuklein

Summary

Morbus Parkinson is a progressive degenerative disease of the human central, peripheral, and enteric nervous systems. In the course of the disease, not only the substantia nigra, but also extranigral components of the motor system, as well as numerous limbic system and autonomic centers undergo serious damage. Accordingly, Parkinson's disease is a multisystem disorder. Only specific types of projection neurons fall victim to it. The first manifestation of the pathological process which causes the disease are abnormalities of the neuronal cytoskeleton. Intracytoplasmic inclusions evolving in the form of Lewy bodies in perikarya and Lewy neurites in the neuronal processes result in premature cell death of the affected neurons. On the basis of this selective neuronal vulnerability, a categorization emerges of the pathological changes within the nervous system and corresponding functional impairments.

Key words Parkinson's disease Motor system Limbic system Lewy bodies Lewy neurites Cytoskeleton α-Synuclein

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