, Volume 84, Issue 5, pp 569-575
Date: 04 Apr 2013

Computerspiel- und Internetsucht

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Zusammenfassung

Interaktive Bildschirmmedien sind weit verbreitet und führen bei einem Teil der Nutzer zu einem pathologischen Gebrauch, der phänomenologisch deutliche Ähnlichkeiten zu Suchterkrankungen aufweist. Zu unterscheiden sind dabei die suchthafte Nutzung von Computerspielen und weiterer Internetaktivitäten wie die Nutzung sozialer Netzwerke. In der Vergangenheit fehlten einheitliche Klassifikationskriterien für diese neue Störung. Das DSM-5 macht hierzu den Vorschlag einer 9 Kriterien umfassenden Forschungsdiagnose, welche sich zunächst auf den besser untersuchten Bereich der Computerspiele bezieht. Studien zur Prävalenz sind wegen fehlender einheitlicher Diagnostik schwer vergleichbar und ergeben in der deutschen Allgemeinbevölkerung für Internetabhängigkeit eine Häufigkeit zwischen 1 und 4,2 %. In jüngeren Altersgruppen steigen die Raten deutlich an. Für Computerspielabhängigkeit lässt sich im Jugendalter eine Prävalenz zwischen 0,9 und 1,7 % schätzen. Trotz erheblicher komorbider Belastungen der Betroffenen weist die Forschung auf einen eigenständigen Störungscharakter abhängiger Mediennutzung hin.

Summary

The use of interactive screen media is widespread and for some users leads to pathological symptoms that are phenomenologically similar to signs of addictive disorders. Addictive use of computer games and other Internet applications, such as social media can be distinguished. In the past standard criteria to classify this new disorder were lacking. In DSM-5, nine criteria are proposed for diagnosing Internet gaming disorder. The focus is currently on video games as most studies have been done in this field. Prevalence estimations are difficult to interpret due to the lack of standard diagnostic measures and result in a range of the frequency of Internet addiction between 1 % and 4.2 % in the general German population. Rates are higher in younger individuals. For computer game addiction prevalence rates between 0.9 % and 1.7  % can be found in adolescents. Despite substantial comorbidity among those affected current research points to addictive media use as a stand-alone disorder.