, Volume 82, Issue 5, pp 551-552

Autismusspektrumstörungen

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Erkrankungen aus dem Autismusspektrum („autism spectrum disorders“, ASD) sind gekennzeichnet durch Störungen des Sozialverhaltens und der interpersonellen Kommunikation sowie durch repetitiv-stereotype Verhaltensweisen. Der frühzeitige Beginn kennzeichnet sie als tief greifende Entwicklungsstörungen. Ihr chronischer Verlauf und die nach wie vor unbefriedigende Therapie machen die ASD für alle in der Psychiatrie Tätigen zu einem praxisrelevanten Problem.

Zu einer kontroversen öffentlichen Debatte beigetragen hat die Vermutung, dass ASD, die ohnehin nicht selten sind (Gesamtprävalenz ca. 1%), in ihrer Inzidenz in einigen Gebieten möglicherweise ansteigen oder zumindest häufiger diagnostiziert werden [1]. An der gesellschaftlichen Relevanz der Erkrankungsgruppe, die mit Kosten pro Betroffenem von über 1 Mio. EUR einhergeht und nur etwa einem Viertel der Betroffenen eine unabhängige Lebensführung erlaubt [2], besteht ohnedies kein Zweifel. Dennoch wurden die ASD noch vor 2 Jahrzehnten außer