, Volume 81, Issue 4, pp 423-434
Date: 19 Mar 2010

Umstellungen zwischen Lamotrigin-Präparaten bei Epilepsiepatienten

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Zusammenfassung

Die zunehmende Verfügbarkeit von Generika auch bei Antikonvulsiva der 2. Generation hat zu einer Diskussion über mögliche Kostenersparnis einerseits und mögliche Verschlechterung der Effektivität und Verträglichkeit einer etablierten Epilepsietherapie andererseits geführt. In der hier vorgestellten retrospektiven Analyse bei ambulant mit Lamotrigin behandelten Patienten werden die Häufigkeit mit einer behandelnden Epilepsieambulanz nicht abgesprochener Umstellungen und ihre Auswirkungen auf die Anfallskontrolle und Verträglichkeit der Therapie analysiert. Bei 13 von 285 mit Lamotrigin behandelten Patienten wurde ein Präparatewechsel vorgenommen, hierbei kam es bei 6 Patienten zu einem Anfallsrezidiv nach 3-monatiger bis 6-jähriger Anfallsfreiheit, 3 Patienten litten unter neu auftretenden Nebenwirkungen. Im Vergleich zu einer gematchten Kontrollgruppe war das relative Risiko für einen Verlust der Anfallskontrolle 17fach, für Nebenwirkungen 3fach erhöht. Konsekutive Serumkonzentrationsbestimmungen weisen auf einen Zusammenhang mit einer veränderten Pharmakokinetik der Präparate hin. Die Häufigkeit dieser umstellungsassoziierten Probleme wird unter medizinischen und sozioökonomischen Gesichtspunkten diskutiert.

Summary

An increasing number of second-generation antiepileptic drugs have become available as generics. There is an ongoing debate as to whether this opens up ways to save costs or if efficacy and tolerability of an established treatment are at stake. We here present a retrospective analysis of outpatients treated with lamotrigine regarding the frequency of treatment switches and its effects on seizure control and tolerability. In 13 of 285 patients under treatment with lamotrigine the prescribed drug was changed; in 6 of these seizure relapse occurred after a period of 3 months to 6 years of seizure freedom and 3 patients experienced new side effects. Compared to matched controls, the risk for loss of seizure control was significantly elevated by a factor of 17; adverse events were three times more frequent (n.s.). Consecutive determinations of serum levels suggest that these problems were related to changes in the pharmacokinetics of different formulations. Frequent problems related to a switch of medication are discussed under medical and socio-economic aspects.