, Volume 79, Issue 5, pp 617-629
Date: 03 Apr 2008

Behandlungs- und Versorgungsstrategien bei Alzheimer und verwandten Demenzen

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Zusammenfassung

Demente Patienten im höheren Lebensalter leiden vorwiegend unter gemischten Demenzen, wobei die neuropathologischen Alzheimer-Veränderungen meist hauptverantwortlich für die kognitiven Defizite sind. Zur Behandlung der kognitiven Störungen bei der Alzheimer-Demenz und ihren Varianten stehen Cholinesterasehemmer und Memantin zur Verfügung. Diese Antidementiva führen zu einer symptomatischen Parallelverschiebung im Krankheitsverlauf um 8 bis 12 Monate. Störungen des Verhaltens und Erlebens bei den Demenzen können durch Antidementiva verhindert oder abgemildert werden, bzw. sind durch vorsichtig eingesetzte Antidepressiva, Neuroleptika und andere Psychopharmaka günstig zu beeinflussen. Die somatische und zerebrale Komorbidität dementer Patienten bietet häufig zusätzliche Chancen zu einer Sekundärprophylaxe sowie einer Verbesserung der zerebralen Versorgung mit Sauerstoff, Substrat und Informationen. Sieht man von Sehhilfen und Hörgeräten ab, so bleiben bereits verfügbare medizintechnische Entwicklungen für demente Patienten nahezu ungenutzt. Unabdingbar sind psychosoziale Interventionen für Patienten und Angehörige, wobei derzeit der spezifische Nutzen bestimmter einzelner Verfahren wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt ist.

Summary

The majority of elderly demented patients suffers from mixed dementia, with Alzheimer’s-type brain changes being the leading cause of cognitive impairment. Cholinesterase inhibitors and memantin improve cognitive performance in dementia, with a symptomatic parallel shift of 8 to 12 months. Disturbances of perception and behaviour can be prohibited or mitigated by antidementia drugs and improved with antidepressants, neuroleptics, and other substances. The somatic and cerebral comorbidity of demented patients offers further options for improving sensory input, cerebral availability of oxygen and glucose, and even secondary prevention. Technical support systems for demented patients which are already available remain largely underused. Psychosocial support is mandatory, even though the advantages of specific interventions have not been demonstrated with scientific rigour.