Der Unfallchirurg

, Volume 115, Issue 8, pp 708–716

Infektionsprophylaxe nach Nadelstichverletzung

  • H. Frickmann
  • E. Reisinger
  • T. Mittlmeier
  • G. Schütt
  • A. Podbielski
Originalien

DOI: 10.1007/s00113-010-1910-9

Cite this article as:
Frickmann, H., Reisinger, E., Mittlmeier, T. et al. Unfallchirurg (2012) 115: 708. doi:10.1007/s00113-010-1910-9

Zusammenfassung

Hintergrund

Nadelstichverletzungen sind mit Infektionsrisiken assoziiert. Die Studie beabsichtigt, Gründe für die Nichtdurchführung prophylaktischer Maßnahmen aus der Sicht Betroffener zu erfassen.

Material und Methoden

Ein anonymer Internetfragebogen wurde zu den Erfahrungen der Mitarbeiter des Universitätsklinikums Rostock mit infektiologischer Sekundärprophylaxe nach Nadelstichverletzung erstellt und potenziell Betroffenen im einjährigen Untersuchungszeitraum elektronisch und in gedruckter Form zugänglich gemacht.

Ergebnisse

Während des Auswertungszeitraums von einem Jahr gingen 106 Fragebögen ein. Es zeigten sich Defizite in der Wahrnehmung prophylaktischer Maßnahmen seitens der Verletzten, oft bedingt durch arbeitsorganisatorisch bedingte Zeitknappheit und sozialen Druck seitens der Kollegen.

Schlussfolgerung

Die Studie legt arbeitsorganisatorische Umstrukturierungen und Aufklärungsmaßnahmen über die Notwendigkeit infektionsprophylaktischer Maßnahmen nach Nadelstichverletzung nahe. Durch breite Akzeptanz der Sinnhaftigkeit einer Prophylaxe kann der Rechtfertigungsdruck von den Mitarbeitern genommen werden, die sich einer solchen unterziehen wollen.

Schlüsselwörter

Nadelstich Verletzung Infektion Prävention Prophylaxe 

Prophylaxis against infections after needle stick injuries

Abstract

Background

Needle stick injuries are associated with a risk of infection. The aim of this study was to collate the reasons for the failure to carry out prophylactic measures from the perspective of those affected.

Methods

An anonymous internet questionnaire was designed to record the experiences of health care workers at the University Hospital Rostock with secondary infection prophylaxis after needle stick injuries.

Results

During the investigation period 106 questionnaires were returned. There were deficiencies in the acceptance of prophylactic measures due to job-associated lack of time and social pressure.

Conclusion

The study suggests reorganization of work-flows and additional educational measures about the necessity of prophylactic procedures after needle stick injuries.

Keywords

Needle stick Injury Infection Prevention Prophylaxis 

Copyright information

© Springer-Verlag 2011

Authors and Affiliations

  • H. Frickmann
    • 1
    • 2
  • E. Reisinger
    • 3
  • T. Mittlmeier
    • 4
    • 1
  • G. Schütt
    • 5
  • A. Podbielski
    • 1
  1. 1.Institut für Mikrobiologie, Virologie und HygieneUniversitätsklinikum RostockHamburgDeutschland
  2. 2.Fachbereich Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-InstitutBundeswehrkrankenhaus HamburgHamburgDeutschland
  3. 3.Abteilung für Tropenmedizin und InfektionskrankheitenUniversitätsklinikum RostockRostockDeutschland
  4. 4.Klinik für Unfall- und WiederherstellungschirurgieUniversitätsklinikum RostockRostockDeutschland
  5. 5.Betriebsärztlicher DienstUniversitätsklinikum RostockRostockDeutschland

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