Monatsschrift Kinderheilkunde

, Volume 158, Issue 9, pp 868–874

Neugeborenenhörscreening

Erfahrungen und Ergebnisse aus Marburg
  • R. Berger
  • H. Hanschmann
  • J. Müller-Mazzotta
  • D. Weitzel
Originalien

DOI: 10.1007/s00112-010-2186-4

Cite this article as:
Berger, R., Hanschmann, H., Müller-Mazzotta, J. et al. Monatsschr Kinderheilkd (2010) 158: 868. doi:10.1007/s00112-010-2186-4
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Zusammenfassung

Hintergrund

Neugeborene haben ab dem 01.01.2009 einen Anspruch auf ein universelles Neugeborenenhörscreening (UNHS). Mit einer Prävalenz von 1–3/1000 sind beidseitige Hörstörungen die häufigsten angeborenen Defekte. Werden sie zu spät erkannt, kann das die gesamte Entwicklung des Kindes nachhaltig behindern. Seit 2003 wird in Marburg ein UNHS mit einem AABR-Screening-Verfahren (AABR: „automatic auditory brainstem response“) durchgeführt.

Material und Methoden

Für 2345 Kinder werden Ergebnisse zum Hörverlust und zum Diagnosezeitpunkt vorgestellt. Zusätzlich erfassten wir von 151 Risiko- und Hochrisikokindern prä-, peri- und postnatale Faktoren, um Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Hörstörungen und Risikofaktoren zu untersuchen.

Ergebnisse

Mit dem eingesetzten AABR-Screening-Verfahren konnten frühkindliche Hörstörungen sicher und mit vertretbarem Aufwand diagnostiziert werden. Insgesamt fanden wir bei 145 der untersuchten Kinder einen gesicherten Hörverlust von >35 dB. Bei Kindern mit Risikofaktoren wurde keine höhere Rate an Hörstörungen diagnostiziert. Die Akzeptanz des UNHS durch die Eltern hat stetig zugenommen.

Schlussfolgerung

Durch das UNHS wird es möglich, Kinder mit hochgradigem, aber auch gering- und mittelgradigem Hörverlust zeitig zu diagnostizieren. Dadurch können therapeutische Maßnahmen schneller eingeleitet und damit die Entwicklungschancen von Kindern mit angeborener Hörstörung deutlich verbessert werden.

Schlüsselwörter

Universelles Neugeborenenhörscreening (UNHS)AABR-VerfahrenAngeborene SchwerhörigkeitFrühkindliche SchwerhörigkeitEntwicklungschancen

Newborn hearing screening

Experience and results from Marburg

Abstract

Background

As of 1 January 2009 newborns are entitled to universal newborn hearing screening (UNHS). With a prevalence of 1–3/1000, bilateral hearing disorders are the most common congenital disorders. If they are detected too late, the entire development of the child can be disrupted. UNHS has been carried out in Marburg since 2003 using the automated auditory brainstem response (AABR) screening test.

Patients and methods

Results of hearing loss tests and time of diagnosis are presented for 2345 infants. In addition, we recorded pre-, peri- and postnatal factors in 151 children at risk and high risk to investigate the relationships between risk factors and early childhood hearing impairment.

Results

Early childhood hearing impairment could be safely and viably diagnosed using the AABR screening procedure. We found a definite hearing loss of >35 dB in 145 of the children examined. There was no significantly higher rate of hearing impairment in those high-risk children diagnosed. Parental acceptance of UNHS grew steadily.

Conclusion

UNHS makes early diagnosis of not only high-grade, but also low- and moderate-grade hearing loss possible. This in turn enables prompter initiation of therapeutic measures, thus significantly improving the development opportunities of children with congenital hearing impairment.

Keywords

Universal newborn hearing screening (UNHS)AABR methodCongenital hearing impairmentImpaired hearing in infantsDevelopmental opportunities

Copyright information

© Springer-Verlag 2010

Authors and Affiliations

  • R. Berger
    • 1
  • H. Hanschmann
    • 1
  • J. Müller-Mazzotta
    • 1
  • D. Weitzel
    • 1
  1. 1.Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Zentrum für Hals-, Nasen- und OhrenheilkundeUniversitätsklinikum Gießen und Marburg GmbHMarburgDeutschland