, Volume 157, Issue 6, pp 549-550
Date: 29 Apr 2009

Vom „Schreikind“ zur neuen Diagnose „frühkindliche Regulationsstörung“

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Das „Schreikind“ ist in den Köpfen vieler Eltern und Betreuer zum Inbegriff des irritablen, exzessiv schreienden, chronisch unruhigen, motorisch umtriebigen, permanent klammernden, fordernden und trotzenden Kleinkinds geworden. Die Bezeichnung ist verbreitet und scheint sich hartnäckig zu halten. Immerhin verweist sie auf individuelle Besonderheiten der kindlichen Verhaltensentwicklung. Dennoch werden die Verhaltensauffälligkeiten einseitig im Kind verankert und versehen es somit frühzeitig mit einem Etikett, welches ihm als Stigma lange anhaften kann.

Das Stigma „Schreikind“ kann den Blick auf zugrunde liegende Entwicklungsprobleme verstellen

Kinderärzten und Beratern kann dieses Stigma den Blick für ein differenzierteres Verständnis der Probleme im Entwicklungs- und Beziehungskontext verstellen.

Das „Schreikind“ hat mit seinen Problemen seit Anfang der 1990er Jahre im diagnostischen Konzept der frühkindlichen Regulationsstörungen seinen Platz gefunden. Zahlreiche Studien zu den Schrei-, ...