, Volume 152, Issue 3, pp 291-298
Date: 24 Jun 2003

Rolle der Nationalität bei Übergewicht und Adipositas bei Vorschulkindern

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Zusammenfassung

Hintergrund.

Angesichts der Übergewichts- und Adipositasproblematik bei Kindern wurde die Rolle der Nationalität und sozialer Einflussfaktoren untersucht.

Methode.

Körpergröße und -gewicht von 2804 Kindern bei der U9-Untersuchung (Alter: 58.–66. Lebensmonat) wurden bei der Einschulungsuntersuchung 2001 in Stuttgart dokumentiert und mit deutschen Referenzwerten verglichen. Prävalenz und relative Risiken für Übergewicht oder Adipositas wurden nach Geschlecht, Nationalität und Wohngebiet (Sozialraumtyp) bestimmt, und es wurden Assoziationen ermittelt.

Ergebnisse.

Verglichen mit der Referenz ist die Prävalenz von Übergewicht (über P90) nicht höher (10,1 vs. 10,0%, n. s.), Mädchen sind seltener betroffen als Jungen (9,6 vs. 10,5%, n. s.), und es gibt geringfügig mehr adipöse (über P97) Kinder (3,5 vs. 3,0%, n. s.). Die Risiken für Übergewicht oder Adipositas für nichtdeutsche Kinder sind 1-1/2- bis 2fach höher als für deutsche (in der Regel signifikant).

Schlussfolgerungen.

Sollten sich diese Ergebnisse auf breiterer Basis bestätigen, müssten ggf. für Migrantenkinder spezifische Präventions- und Therapieprogramme entwickelt werden.

Abstract

Aim/Background.

Considering the problem of childhood overweight and obesity, we examined the role of nationality and social factors.

Method.

Body length and weight were recorded in 2804 children aged 58–66 months at the voluntary medical screening in Stuttgart and compared with German reference values. We calculated prevalence, risk, and odds ratios for gender, nationality, residential area, and other social factors.

Results.

Overweight in children (over P90) in Stuttgart was equally frequent (10.1 vs 10.0%, n.s.) as in the reference sample. We found fewer overweight girls than boys (9.6 vs 10.5%, n.s.) and more obese (over P97) children (3.5 vs 3.0%, n.s.). Risk ratios for overweight or obese migrant children were 1.5–2.0 times higher than for Germans (significant for most nationalities).

Conclusion.

Should our results be confirmed in further studies, there will be a need for specific prevention strategies for migrant children.