, Volume 54, Issue 4, pp 491-497
Date: 15 Mar 2013

Fieber und Lymphadenopathie

Zusammenfassung

Wir berichten über 4 Patienten, die in der Schweiz oder dem grenznahen Ausland an unterschiedlichen Formen der Tularämie erkrankten. Als Gemeinsamkeiten zeigten alle Patienten ein febriles Zustandsbild mit mäßiger bis ausgeprägter laborchemischer Entzündungsreaktion und eine lokoregionäre Lymphadenopathie. Zusätzlich führte bei 3 Patienten eine empirisch begonnene Therapie mit β-Laktam-Antibiotika zu keiner Verbesserung der Klinik. Als Infektionsquelle konnte bei 2 Patienten eine eindeutige, in einem Fall eine mögliche Korrelation mit einem Zeckenstich eruiert werden. Bei der vierten Patientin blieb der Ursprung der Tularämie ungeklärt. Die Diagnose stützte sich auf eine positive Serologie, eine positive Polymerase-Kettenreaktion (PCR) aus einem Gewebeaspirat oder auf positive Blutkulturen. Die Therapie erfolgte bei 3 erwachsenen Patienten mit Ciprofloxacin p.o. über 3 Wochen, wobei die Dosierung zwischen 500 und 750 mg 2-mal täglich variierte. Bei einem pädiatrischen Patienten wurde die Therapie mit Gentamicin 4 mg/kgKG i.v. 1-mal täglich für eine Woche und mit Ciprofloxacin 15 mg/kgKG p.o. 2-mal täglich für 2 weitere Wochen durchgeführt. Unter adäquater Therapie kam es bei allen Patienten zu einem erfreulichen Krankheitsverlauf mit vollständiger Ausheilung. Bei Patienten mit Fieber und Lymphknotenvergrößerung – insbesondere nach Zeckenstich – muss auch in der Schweiz eine Tularämie in die Differenzialdiagnose einbezogen werden. Als Therapie empfehlen wir eine Medikation mit Ciprofloxacin p.o. für 14–21 Tage.

Abstract

We report on 4 patients with different types of tularemia acquired in Switzerland or nearby countries. All patients presented with fever, moderate to highly elevated signs of inflammation, and local lymphadenopathy. Additionally, 3 patients did not respond to empirical antimicrobial therapy with aminopenicillins. A tick bite was identified as mode of transmission in 2 patients, while 1 patient showed a possible connection to a tick bite. The route of transmission for the fourth patient remained unknown. The diagnosis of tularemia was either based on positive serology, on a positive polymerase chain reaction (PCR) from the lymph node samples or on positive blood cultures. The treatment in adult patients was ciprofloxacin 500–750 mg twice daily orally for 3 weeks. The pediatric patient was treated with gentamicin 4 mg/kg i.v. once daily for 1 week and ciprofloxacin 15 mg/kg twice daily orally for another 2 weeks. All patients recovered completely. Due to the increasing incidence of tularemia in Switzerland, this infection should be considered in patients with fever and lymph node enlargement particularly after tick bite. We recommend treatment with ciprofloxacin orally for 14–12 days.