HNO
, Volume 57, Issue 6, pp 533-541
Date: 20 May 2009

Kochleaimplantat bei Innenohrfehlbildungen

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Zusammenfassung

Die radiologische Evaluation des Felsenbeins bei Kochleaimplantat-Voruntersuchungen deckt in bis zu 20% der Fälle Fehlbildungen des Innenohrs auf. Ziel der vorgelegten Untersuchung war die retrospektive Analyse und Klassifikation der mit einem Kochleaimplantat versorgten Patienten mit einer Innenohrfehlbildung an der Universitäts-HNO-Klinik Freiburg im Zeitraum 2001–2009. Dabei wurden Fehlbildungen des Innenohrs einschließlich der Dysplasien des inneren Gehörgangs bei Kindern in 12,7% und bei Erwachsenen in 3,4% der Fälle gefunden. Mondini-Dysplasien wurden mit 45% am häufigsten beobachtet. Das chirurgische Vorgehen wurde adaptiert, entsprechend der jeweiligen Fehlbildung. Von Bedeutung sind dabei die Modifikation des operativen Zugangs, das Management des intraoperativen Gusher, die Auswahl der zu implantierenden Elektrode, die intraoperative Bildgebung sowie der Einsatz der Navigation. Die postoperativen Ergebnisse sind als sehr positiv zu bewerten und entsprechen der Erwartung in Abhängigkeit von der Dauer der Taubheit, wenn keine zusätzlichen Entwicklungsbehinderungen bestehen.

Abstract

The radiologic evaluation of the temporal bone in cochlear implant candidates can detect malformations of the inner ear in up to 20% of cases. The aim of our study was to analyze and classify malformations of the inner ear in patients with cochlear implants carried out from 2001 to 2009. Malformations of the inner ear, including malformations of the internal auditory canal were detected in 12.7% of children and 3.4% of adults. Mondini dysplasia was most common and occurred in 45% of cases. The surgical procedure had to be adapted according to the individual malformation. Modification of surgical access, management of intraoperative CSF gusher, choice of electrode array, intraoperative imaging and the use of navigation were the most important factors. Rehabilitation results were generally very positive and corresponded to the expectation depending on the duration of deafness, if no additional handicaps were present.