, Volume 49, Issue 5, pp 382-387

Die Inzidenz der Gynäkomastie bei dermatologischen Patienten

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Zusammenfassung

Unter Gynäkomastie versteht man eine Vergrößerung der männlichen Brust. Wir untersuchten eine Gruppe von 115 Männern, die stationär in einer dermatologischen Klinik wegen verschiedenen Diagnosen aufgenommen worden waren, um die Häufigkeit der Gynäkomastie, möglichen Risikofaktoren (Medikamente und Krankheiten) und hormonellen Befunden zu erfassen. Eine Gynäkomastie wurde angenommen, wenn eine horizontale Hautfalte größer als 2 oder 3 cm gefunden wurde und wenn der Durchmesser des Brustwarzenhofes größer als 3 cm war. 32 der 115 Patienten (27,8%) hatten nach diesen Kriterien eine Gynäkomastie. Die Häufigkeit stieg signifikant mit zunehmenden Body-mass-index (BMI) an. 18 unterschiedliche Medikamente wurden von den Patienten mit Gynäkomastie angegeben, jedoch gab es nur 2 Medikamente, die von mehr als 2 Patienten eingenommen wurden. Es handelte sich um Allopurinol und Koronardilatoren. 15 Krankheiten wurden von den Patienten angegeben, keine von ihnen war mit einer signifikanten Zunahme des Vorkommens der Gynäkomastie verbunden. Unter den endokrinen Meßwerten war der Cortisolspiegel der einzige Wert mit einem signifikanten Zusammenhang mit dem Vorkommen einer Gynäkomastie. Da die Gynäkomastie häufig als Phänomen unabhängig von anderen Krankheiten oder Medikamenten beobachtet wird, könnte es sich um eine eigenständige Veränderung handeln.

Summary

Gynecomastia is an enlargement of the male breast. We studied a group of 115 men attending a dermatological clinic to evaluate the frequency of possible risk factors and hormonal findings. Gynecomastia was diagnosed, if a horizontal skinfold exceeded 2–3 cm, and if the diameter of the areola wa greater than 3 cm. In 32 patients (27,8%) the criteria for gynecomastia were fulfilled. The frequency increased significantly with the body mass index. 18 different medications were identified, but only two were take by more than two patients (allopurinol, coronary dilators). None of the 15 underlying diseases was associated with a significant increase or decrease in the risk of gynecomastia. Serum cortisol was the only endocrine study which was associated with an increased incidence of gynecomastia. As gynecomastia appears frequently as a phenomenon unrelated to other diseases or medications, it may be a condition per se.

Eingegangen am 8. Oktober 1997 Angenommen am 14. Januar 1998