Der Hautarzt

, Volume 64, Issue 2, pp 88–92

Epidemiologie der Anaphylaxie

Leitthema

DOI: 10.1007/s00105-012-2449-1

Cite this article as:
Worm, M. Hautarzt (2013) 64: 88. doi:10.1007/s00105-012-2449-1

Zusammenfassung

Die Anaphylaxie ist die schwerste Manifestation einer mastzellabhängigen Reaktion. Aktuelle Daten zur Epidemiologie weisen darauf hin, dass die Anaphylaxie zumindest für die Auslöser Nahrungsmittel und Medikamente in den letzten Jahren zugenommen hat. Grundsätzlich sind die epidemiologischen Daten und die Ergebnisse variabel, da sie sowohl in den verschiedenen Ländern weltweit eine unterschiedliche Häufigkeit besitzen und auch maßgeblich von der Erfassungsart (z. B. nach ICD-Code) bestimmt werden. Daten aus dem Anaphylaxieregister für den deutschsprachigen Raum haben gezeigt, dass Insektengifte, Medikamente und Nahrungsmittel die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie sind, wobei die Rangfolge der Auslöser altersabhängig ist. Risikofaktoren der Anaphylaxie sind Vorerkrankungen oder Begleitumstände, die entweder das relative Risiko oder den Schweregrad einer Anaphylaxie begünstigen können. Hierzu gehören die systemische Mastozytose sowie das allergische Asthma bronchiale. Weitere Risikofaktoren sind das Alter, Geschlecht und die gleichzeitige Einnahme beispielsweise von Medikamenten wie ACE-Hemmern oder Acetylsalicylsäure und auch die körperliche Anstrengung. Daten zur klinischen Epidemiologie der Anaphylaxie sind wichtig, um die häufigsten Auslöser und Risikofaktoren der Erkrankung über die Zeit zu verfolgen sowie um Daten zur Diagnostik und Therapie einer potenziell tödlich verlaufenden Manifestation einer in der Regel IgE-abhängigen Erkrankung zu erfassen. Das Anaphylaxieregister im deutschsprachigen Raum hat bislang durch die Beschreibung der häufigsten Auslöser, der Risikofaktoren und der Versorgungssituation von betroffenen Patienten einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Management von Anaphylaxiepatienten in der Zukunft zu verbessern.

Schlüsselwörter

AuslöserRisikofaktorenAllergieNahrungsmittelMedikamente

Epidemiology of anaphylaxis

Abstract

Anaphylaxis is the most severe manifestation of a mast cell dependent hypersensitivity reaction. Recent data on epidemiology indicate that food and drug induced anaphylaxis has increased within the last years. The epidemiological data on anaphylaxis vary throughout the world as the overall incidence and also relevant elicitors depend on different endogenous, but also exogenous factors (e.g. ICD-code, life style, comorbidities). Data from the anaphylaxis registry has shown that venom, drugs and foods are the most frequent elicitors for anaphylaxis within German-speaking countries, while the ranking of the elicitors is age-dependent. Risk factors for anaphylaxis are comorbidities like asthma or mastocytosis or other circumstances, which can increase either the relative risk or the severity. Further risk factors are age, gender and the concomitant intake of drugs like ACE inhibitors or acetylsalicylic acid but also exercise. Data on the clinical epidemiology of anaphylaxis are essential to follow up the most frequent elicitors and risk factors over time and accumulate data about diagnostic and therapeutic procedures in patients suffering from a potential fatal manifestation of an IgE-dependent disease. The anaphylaxis registry within the German-speaking area achieved to provide data of the most frequent elicitors, risk factors and the medical treatment from affected individuals to optimize the management of patients with anaphylaxis.

Keywords

ElicitorsRisk factorsAllergyFoodMedications

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergie-Centrum-CharitéCharité – Universitätsmedizin BerlinBerlinDeutschland