, Volume 56, Issue 1, pp 32-37

Röntgenkontrastmittelüberempfindlichkeit

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Zusammenfassung

Im letzten Jahrzehnt gab es große Fortschritte im Verständnis der Pathophysiologie Röntgenkontrastmittel-induzierter Unverträglichkeitsreaktionen. „Sofortreaktionen“ entwickeln sich innerhalb 1 h nach Gabe von Röntgenkontrastmitteln (RKM) unter dem Bild einer Anaphylaxie. Juckende Exantheme, die nach mehreren Tagen in Erscheinung treten, sind die häufigsten „Spätreaktionen“. Es gibt Hinweise auf eine allergische Ursache schwerer systemischer Sofortreaktionen und Spätreaktionen unter Beteiligung von RKM-reaktiven IgE-Antikörpern bzw. T-Lymphozyten. Zur Bestätigung dieser Reaktionen sind Hauttestungen hilfreich. Der Einsatz von „prophetischen“ Hauttestungen zur Identifikation von verträglichen RKM bei Patienten mit vorherigen Reaktionen wird kontrovers diskutiert. Über die Aussagekraft zellulärer In-vitro-Tests ist zu wenig bekannt. Bei Patienten mit vorherigen Überempfindlichkeitsreaktionen wird eine Prämedikation mit Antihistaminika und/oder Kortikosteroiden empfohlen. Dennoch lässt sich eine Wiederholungsreaktion durch gängige Protokolle nicht immer verhindern. Offene Fragen zur Sensitivität, Spezifität und prädiktiven Aussagekraft von Testmethoden, zur Prophylaxe und zu weiteren Risikofaktoren werden derzeit im Rahmen multizentrischer europäischer Studien untersucht.

Abstract

There has been a remarkable progress in our understanding of the pathophysiology of hypersensitivity to contrast media (CM). Immediate reactions develop within one hour after application of CM under the clinical picture of anaphylaxis. Pruritic exanthems appearing several days afterwards account for the majority of non-immediate reactions. Current evidence indicates an allergic basis of severe immediate as well as of non-immediate reactions involving CM-reactive IgE-antibodies and T-lymphocytes, respectively. Skin tests are helpful to establish the diagnosis of these reactions. The use of skin tests to predict tolerability of CM in patients with previous hypersensitivity reaction to CM is controversial. The value of cellular in-vitro tests is unknown. In patients with previous hypersensitivity to CM, premedication with antihistamins and/or corticosteroids is recommended, but current premedication protocols do not suppress all repeat reactions. European multicenter studies addressing sensitivity, specificity and predictive value of test procedures as well as prophylaxis and risk factors of CM hypersensitivity are currently ongoing.